Für bessere Luft: NRW-Städte setzen auf schlauere Ampeln

Für bessere Luft : NRW-Städte setzen auf schlauere Ampeln

Verstopfte Straßen und schlechte Luft sind in vielen Städten NRWs ein Problem. Wuppertal und Hagen setzen daher auf intelligente Ampelsysteme, um den Verkehrsfluss zu steuern. In Düsseldorf gibt es Pläne für eine weitere Umweltspur. Köln bremst schwere Laster aus.

Im Kampf für weniger Stop and Go auf den Straßen setzen die Städte Hagen und Wuppertal auf schlauere Ampeln. Beide Städte bauen auf einigen Routen derzeit digitale Systeme aus, die den Verkehr in Echtzeit erfassen, um Ampelphasen besser zu steuern. Durch flüssiger fließenden Verkehr und weniger Start-Stopp-Vorgänge erhoffen sich die Verkehrsplaner eine geringere Luftverschmutzung. In Düsseldorf gibt es unterdessen Pläne für eine weitere Umweltspur und Köln will schwere Laster ausbremsen.

Die Stadt Wuppertal will insgesamt vier Millionen Euro in intelligente Verkehrssteuerungssysteme investieren, etwa die Hälfte der Kosten wird von Fördermitteln des Bundes gedeckt, wie die Stadt am Montag mitteilte. Hagen bereite derzeit die Installation von Detektoren vor, die das Verkehrsaufkommen auf dem Innenstadtring über Bluetooth-Signale messen, sagte eine Sprecherin. Erfasst werden dann künftig verschlüsselte Signale von vorbeifahrenden Bluetooth-Geräten - etwa Smartphones oder im Auto verbauter Technik. Auch dieses Projekt wird vom Bundesverkehrsministerium gefördert.

In Wuppertal kommen solche Bluetooth-Detektoren bereits zum Einsatz, hier soll zusätzliche Technik die Erfassungsmöglichkeiten erweitern und noch präziser machen. In Zukunft sollen so auch Informationen über den Straßenzustand und über Staus ausgetauscht werden können. Wuppertals geplante Maßnahmen sehen unter anderem zudem eine App vor, die freie Parkplätze anzeigt.

Im Bemühen für bessere Luft hat Düsseldorf bereits seit April zwei Umweltspuren ausgewiesen, die für Busse, Taxen, Fahrzeuge mit drei Insassen, Fahrräder und elektronisch betriebene Fahrzeuge reserviert sind. Eine weitere Umweltspur im Süden des Landeshauptstadt könnte bald folgen. Ende des Monats soll ein Vorschlag für den ersten Abschnitt einer dritten Umweltspur im Ordnungs- und Verkehrsausschuss sowie im Rat der Stadt beschlossen werden.

In einem ersten Teilabschnitt geht es dabei nach Informationen mehrerer Medien um ein gut zwei Kilometer langes Straßenstück hinter einer Abfahrt der Autobahn 46 bis zum Beginn der Corneliusstraße. Die Maßnahmen sollen dazu beitragen, Dieselfahrverbote zu verhindern. In Düsseldorf werden die Grenzwerte für Luftschadstoffe an mehreren Standorten - unter anderem an der Corneliusstraße - überschritten.

Köln versucht unterdessen große Laster aus der Innenstadt fern zu halten. Für Lastwagen, die mehr als 7,5 Tonnen wiegen, gilt ab Donnerstag in der Kölner Innenstadt ein Durchfahrtverbot, wie die Stadt am Montag mitteilte. Auch in Teilen von Deutz und Mülheim - auf rechtsrheinischer Seite - gilt die neue Regelung, die zum Kölner Luftreinhalteplan gehört. Die Stadt erhofft sich davon eine deutliche Entlastung vom schweren Lkw-Verkehr. Ausgenommen ist der Anlieferverkehr. Am Donnerstag sollen auch entsprechende Verbotsschilder enthüllt werden.

(dpa)
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