Düsseldorf: NRW-SPD fordert mehr Hilfe bei Gewalt gegen Rettungskräfte

Düsseldorf : NRW-SPD fordert mehr Hilfe bei Gewalt gegen Rettungskräfte

Pöbeleien, Drohungen und dann die Faust: Rettungssanitäter, Feuerwehrleute, Gerichtsvollzieher oder Justizvollzugsbeamte werden häufig im Einsatz verbal oder körperlich angegriffen. Die SPD-Opposition im Landtag fordert nun von der schwarz-gelben Landesregierung mehr Hilfe für Einsatzkräfte.

Feuerwehrleute etwa brauchten Fortbildungsseminare zur Deeskalation, sagte der stellvertretende SPD-Landtagsfraktionschef Sven Wolf am Mittwoch in Düsseldorf. Strafen bei Angriffen müssten verschärft werden. Gerichtsvollzieher sollten in kritischen Fällen von Polizisten begleitet werden. In den Haftanstalten sollten nicht nur zielgerichtete Angriffe auf Vollzugsbeamte, sondern auch Beleidigungen gemeldet werden. Beschäftigte müssten dafür sensibilisiert werden, auch kleinere Übergriffe oder Beleidigungen zu melden.

Nach einer Aufsehen erregenden Studie zur Gewalt gegen Einsatzkräfte hatte NRW-Innenminister Herbert Reul (CDU) Anfang des Jahres dazu aufgerufen, jeden Angriff weiterzugeben. Der Studie der Uni Bochum zufolge waren 26 Prozent der Einsatzkräfte Opfer von körperlicher Gewalt. 92 Prozent der befragten Notärzte, Sanitäter und Rettungsassistenten waren im Einsatz beschimpft worden, drei Viertel berichteten von nonverbalen Übergriffen wie Kehlschnittgesten oder dem Mittelfinger.

Etwa 80 Prozent meldeten den letzten Übergriff auf die eigene Person nicht, weil sie die Angriffe für Bagatelldelikte hielten. Befragt worden waren 4500 Einsatzkräfte. Nur gut 800 hatten geantwortet. Reul hatte daraufhin angekündigt, die Meldewege zu verbessern und Weiterbildungen in Selbstverteidigung und Deeskalation anzuschieben.

(dpa)
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