Feine Nasen für Drogen: NRW schafft mehr Spürhunde für Gefängnisse an

Feine Nasen für Drogen : NRW schafft mehr Spürhunde für Gefängnisse an

Wenn sie auftauchen, werden in den Gefängnissen hektisch die Klospülungen betätigt: Drogenspürhunde machen im Dienst der Justiz einen effektiven Job. Daher will NRW ihre Anzahl verdoppeln.

In den nordrhein-westfälischen Gefängnissen soll die Zahl der Drogenspürhunde in den kommenden Jahren mehr als verdoppelt werden. Bis 2021 sollen 16 Hunde in den Justizvollzugsanstalten nach Rauschgift schnüffeln. Das geht aus einem Bericht von Justizminister Peter Biesenbach (CDU) hervor, der am Mittwoch auf der Tagesordnung des Rechtsausschusses im Düsseldorfer Landtag stand.

Bislang führen demnach vier Hundeführer insgesamt sieben tierische „Kollegen“; bis Ende Januar 2019 sollen in einem ersten Schritt weitere vier Tiere dazukommen. 2021 sollen acht Hundeführer in der Justiz mit 16 Rauschgiftspürhunden arbeiten.

„Die Hunde tingeln durch die Anstalten und wo sie bellen, laufen sofort die Wasserspülungen“, berichtet ein Sprecher der Landesjustizvollzugsdirektion über ihre alarmierende Wirkung auf Drogenbesitzer in den Gefängnissen.

Dienstrechtlich sind die Teams den Justizvollzugsanstalten Köln, Hamm, Geldern und Castrop-Rauxel zugeordnet - die neuen sollen ihren Dienstsitz in Aachen, Rheinbach, Bielefeld-Brackwede und Wuppertal-Ronsdorf haben. Ihre Einsätze erstrecken sich aber auf ganz NRW mit seinen insgesamt 36 Gefängnissen.

Biesenbach hatte im vergangenen Monat das Ziel vorgegeben, möglichst jede Anstalt mit mindestens einem Spürhund auszustatten. Die Tiere sollten künftig auch darauf trainiert werden, Handybatterien zu finden.

Bislang ist nach Angaben des Ministeriums erst ein Diensthund dafür ausgebildet worden. Eine Evaluierung der Testphase stehe noch aus. Dabei müsse auch darauf geachtet werden, dass die neue Anforderung an die Hunde ihre bisherigen Fähigkeiten zum Drogen aufspüren nicht einschränke.

Neben der Justiz setzen auch Polizei und Zoll auf die feinen Nasen. Die Polizei in NRW hat nach Zahlen des Innenministeriums im Moment knapp 100 speziell ausgebildete Tiere als Drogenspürhunde im Einsatz. Für den Zoll leisten sie vor allem an den Flughäfen ganze Arbeit. Nach den Erfahrungen des Kölner Hauptzollamts ist aber nur etwa jeder zehnte Hund für den Einsatz bei der Drogenfahndung geeignet.

Die Personalauswahl bei Hund und Führer, ihre Eingewöhnung und Ausbildung seien sehr zeitintensiv, wenn ein hoher Leistungsstand erreicht werden solle, erklärte Biesenbach. Sinnvoll sei es, einen Diensthundeführer mit zwei Tieren mit zwei bis drei Jahren Altersunterschied auszustatten, „um möglichst zu jeder Zeit über leistungsfähige und einsatzbereite Hunde unterschiedlichen Alters zu verfügen“.

Die Personalauswahl für die neuen Hundeführer werde spätestens Mitte Oktober abgeschlossen, vierbeinige Spürnasen würden hingegen noch gesucht. Die Anschaffungskosten für einen Rauschmittelspürhund liegen bei bis zu 1500 Euro, hinzu kommen bis zu 200 Euro für Untersuchungen.

(dpa)