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Kühles Wetter an Pfingsten: NRW lockert Pandemie-Maßnahmen

Kühles Wetter an Pfingsten : NRW lockert Pandemie-Maßnahmen

Die Infektionszahlen im Land gehen deutlich zurück. Die Politik lockert deshalb überall dort, wo es die Lage zulässt. Gastronomen blicken derweil gespannt auf die Wettervorhersage.

Nordrhein-Westfalen geht als geteiltes Land in das Pfingstwochenende. In gut der Hälfte aller kreisfreien Städte und Kreise des Landes ist die Öffnungen der Außengastronomie möglich. Hier gilt die Bundes-Notbremse nicht mehr, weil die Sieben-Tage-Inzidenz seit Tagen stabil unter der Marke von 100 liegt.

Die Lockerungen der Coronavirus-Maßnahmen gelten seit Freitag für die Düsseldorfer Altstadt, aber auch in Städten wie Essen, Oberhausen und Mönchengladbach. Zugang bekommt jedoch nur, wer ein negatives Schnelltestergebnis vorlegen kann oder vollständig geimpft oder genesen ist. In einigen Städten wie Münster dürfen die Gaststättenbetreiber seit Freitag sogar wieder Gäste im Innenbereich bewirten. Allerdings spielt das Wetter zunächst wohl nicht mit. Die Meteorologen sagen für das Pfingstwochenende kühle Temperaturen um 13 Grad und immer wieder Schauer voraus.

Der Gaststättenverband Dehoga geht davon aus, dass nur etwa ein gutes Drittel der Gastronomen von der Öffnungsmöglichkeit Gebrauch machen wird. Der Aufwand sei zu groß, der Betrieb für viele unwirtschaftlich. „Wieder Gäste zu haben, tut der Seele gut“, sagte der Inhaber des Gasthauses Stuhlmacher in Münster. Wirtschaftlich lohne sich die Bewirtung ausschließlich draußen zwar nicht. Dennoch habe auch er zunächst mit der Außengastronomie begonnen. „Jeder Schritt der Öffnung ist positiv - und dass es nicht zu 100 Prozent wieder losgeht, war allen klar.“

Im Innenbereich der Traditionsgaststätte am Prinzipalmarkt müssen die Sitzplätze wegen der Abstandsregeln von 180 auf etwa 100 reduziert werden. Am Tresen dürften nun nicht mehr 20 bis 30 Menschen im Stehen etwas trinken, sondern nur acht. Draußen gibt es 90 Sitzplätze. Drei zusätzliche Mitarbeiter sind demnach nötig, um die Gäste zu empfangen, ihre Impfausweise und Testergebnisse zu kontrollieren, sie zu den Tischen zu bringen und die Tische zu desinfizieren. Das seien erhebliche Mehrkosten, beklagt der Inhaber Franz-Ludwig Feldhaus.

Wo die Inzidenz an fünf aufeinanderfolgenden Tagen stabil unter 100 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen einer Woche liegt, können auch Hotels, Ferienwohnungen und Campingplätze unter Auflagen wieder öffnen.

(dpa)