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Für soziales Engagement: NRW-Landesorden für Weltmeister Götze und Schlachthofkritiker Kossen

Für soziales Engagement : NRW-Landesorden für Weltmeister Götze und Schlachthofkritiker Kossen

Fußballprofi Mario Götze wird für die Unterstützung von Kindern in aller Welt mit dem NRW-Landesorden ausgezeichnet. Auch einer der schärfsten Kritiker der Schlachthofbranche in Deutschland wird von Ministerpräsident Armin Laschet geehrt.

Ein Fußballweltmeister, der sich für Kinder in aller Welt einsetzt und ein katholischer Pfarrer, der die Verhältnisse in deutschen Fleischfabriken anprangert: Ex-BVB-Profi Mario Götze und Monsignore Peter Kossen sind am Sonntag für ihr soziales Engagement mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet worden. Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) überreichte den Orden am 74. Gründungstag des Landes in Köln an zwölf Menschen.

Götze, Schütze des deutschen Siegtores im WM-Finale von 2014, mache „seit langem auf die schwierige Situation von Kindern in aller Welt aufmerksam und motiviere andere dazu, sich selber zu engagieren oder zu spenden“, sagte Laschet laut Redemanuskript. Wie im Fußball bewege sich Götze bei der Hilfe für Kinder „auf hohem internationalen Niveau“. Der Fußballer engagiere sich unter anderem in mehreren Initiativen zum Bau von Schulen, fördere ein Fußballprojekt für Mädchen in Brasilien und kümmere sich um Patenkinder im Senegal, in Kambodscha und Vietnam.

Mit der Auszeichnung von Pfarrer Kossen rückte ein aktuelles politisches Thema in den Fokus der Ordensvergabe. „Dass das System der Werkverträge, der Dumpinglöhne und des Mietwuchers in dieser Branche endlich öffentlich wahrgenommen und Schritt für Schritt abgeschafft wird, ist auch das Verdienst von Monsignore Peter Kossen“, sagte Laschet. Sein Engagement für gerechte Entlohnung, für menschenwürdige Arbeits- und Wohnbedingungen reiche weit in die Vergangenheit zurück. Nach den Coronavirus-Ausbrüchen in zwei großen NRW-Schlachthöfen hätten Kossens Forderungen auch bundesweit Gehör gefunden.

Zu den Ausgezeichneten gehören auch der Astronaut Reinhold Ewald, der 1997 zur russischen Raumstation MIR geflogen war. Ewald habe die Raumfahrtforschung in NRW maßgeblich mitgestaltet, sagte Laschet. Einen NRW-Landesorden erhielten auch der Physik-Nobelpreisträger Johannes Georg Bednorz und der Kulturmanager Walter Smerling.

(dpa)