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Düsseldorf: NRW hat künftig einen Aussiedler-Beauftragten

Düsseldorf : NRW hat künftig einen Aussiedler-Beauftragten

Die schwarz-gelbe Landesregierung in NRW hat erstmals das Amt eines Aussiedler- und Vertriebenenbeauftragten geschaffen - auf Nebentätigkeitsbasis.

Der neue Beauftragte Heiko Hendriks (CDU) werde weiter als Unternehmensberater arbeiten und mit einem freien Dienstvertrag etwa zwei Tage die Woche seine im Kultur- und Wissenschaftsministerium angesiedelte neue Aufgabe wahrnehmen. Das teilten Hendriks und Vertreter des Ministeriums am Mittwoch in Düsseldorf mit.

Spätaussiedler aus Russland und den ehemaligen Sowjetstaaten seien zwar „hervorragend integriert”, sagte Hendriks. Aber viele fühlten sich offenbar in Deutschland noch nicht richtig akzeptiert. „Sie haben das Grundinteresse, wertgeschätzt zu werden.” Er wolle Ansprechpartner für die Belange von Vertriebenen und Aussiedlern sein - „ohne jeden Populismus”.

Dabei gehe es auch um praktische Unterstützung von der Kulturpflege bis zur Anerkennung von Berufsabschlüssen. Aufgabe sei aber auch, etwa in Wohnvierteln mit hohem Spätaussiedleranteil präsent zu sein und für eine bessere Integration zu sorgen. „Der überwältigende Teil aber ist so integriert, dass wir es kaum merken”, sagte Hendriks.

Von den deutschlandweit etwa 3,3 Millionen Aussiedlern und Spätaussiedlern leben etwa 630.000 in Nordrhein-Westfalen. Bis 1970 kamen zudem mehr als 2,4 Millionen deutsche Heimatvertriebene dazu.

In den vergangenen Jahren sei die Zahl der Spätaussiedler wieder angestiegen, sagte Hendriks. 2017 seien rund 1500 Menschen zumeist aus Russland und Kasachstan nach NRW gekommen. Im gesamten Zeitraum von 2010 bis 2017 seien es etwa 7300 gewesen.

Bereits seit 1948 gibt es in NRW den in der Öffentlichkeit kaum bekannten Landesbeirat für Vertriebenen-, Flüchtlings- und Spätaussiedlerfragen. Er berät die Landesregierung und vertritt die Interessen der Vertriebenen und Spätaussiedler in der Öffentlichkeit. Hendriks wird künftig auch den Vorsitz des Landesbeirats übernehmen.

Hendriks hatte bei der Landtagswahl 2017 im Wahlkreis Mülheim an der Ruhr gegen die damalige Ministerpräsidentin Hannelore Kraft (SPD) verloren.

(dpa)