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Trotz Pandemie: NRW-Grüne wagen ersten „normalen Parteitag“

Trotz Pandemie : NRW-Grüne wagen ersten „normalen Parteitag“

Ein Parteitag mit rund 300 Leuten - geht das in der Corona-Pandemie? Ja, meinen die Grünen und versammeln sich in den weitläufigen Dortmunder Westfalenhallen. Der Umgang mit der Corona-Krise wird dort beherrschendes Thema sein.

Als erste der fünf Landtagsparteien treffen die nordrhein-westfälischen Grünen am Samstag trotz Corona-Pandemie wieder zu einem Parteitag vor Ort zusammen. Unter strengen Infektionsschutzvorkehrungen tagen die rund 280 Delegierten in den Dortmunder Westfalenhallen.

Der achtköpfige Landesvorstand mit Mona Neubaur und Felix Banaszak an der Spitze stellt sich komplett zur Wiederwahl - bislang ohne Gegenkandidaten für das Führungstandem. Neubaur führt den mitgliederstärksten Grünen-Landesverband bereits seit 2014. Die 43-jährige Diplompädagogin war zuletzt 2018 mit 75,41 Prozent der Stimmen im Amt bestätigt worden. Banaszak ist seit Anfang 2017 Teil der Doppelspitze. Der 30-jährige Duisburger war vor zwei Jahren mit 78,71 Prozent wiedergewählt worden - wie Neubaur ohne Gegenkandidaten.

Bundesparteichefin Annalena Baerbock will die Delegierten zu Beginn des Parteitags auf die NRW-Kommunalwahl am 13. September einstimmen. Zur Abstimmung stehen noch Listen für kommunale Gremien, etwa die Landschaftsverbände. Die Partei kämpft in allen Großstädten um den Oberbürgermeister-Posten - teilweise mit gemeinsamen Kandidaten mit CDU oder SPD oder, wie in Köln, der Parteilosen Henriette Reker.

Ein Hauptthema des auf einen Tag halbierten Delegierten-Treffens sollen Auswege und Konsequenzen aus der Corona-Krise sein. In einem Leitantrag fordert der Landesvorstand eine umfassende Teststrategie für Schulen, Kitas, Pflegeheime, Sammelunterkünfte, Schlachtbetriebe, Logistikzentren und andere besonders gefährdete Bereiche.

Der Parteivorstand wirft Ministerpräsident Armin Laschet (CDU) eine „ökonomisch getriebene“, übereilte Öffnungspolitik vor. Die schwarz-gelbe Regierung habe vor allem auf „das Prinzip Hoffnung“ gesetzt. Die Grünen fordern eine „Kommission Katastrophenvorsorge NRW“, um das Land besser zu rüsten.

(dpa)