Düsseldorf: NRW-Gesundheitsminister fordert Neuverteilung des Arzt-Honorar-Topfes

Düsseldorf: NRW-Gesundheitsminister fordert Neuverteilung des Arzt-Honorar-Topfes

Nordrhein-Westfalens Gesundheitsminister Karl- Josef Laumann (CDU) hat eine Neuverteilung des 30-Milliarden- Euro- Topfes für Arzthonorare gefordert. Die seit Januar geltende Reform der Arzthonorare benachteilige nordrhein-westfälische Ärzte in geradezu grotesker Weise, kritisierte Laumann am Donnerstag im Düsseldorfer Landtag.

„In Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein sind die am schlechtesten bezahlten Ärzte Deutschlands”, sagte er. Ärzte in anderen Bundesländern verdienten ein Drittel mehr. „Die Ärzte-Proteste sind gerechtfertigt.”

Sowohl Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) als auch die Selbstverwaltung der Kassenärzte müssten einsehen, „dass ihre Beschlüsse falsch waren” und korrigiert werden müssten. Andernfalls werde NRW in Hinblick auf die medizinische Versorgung „zum Brennpunkt in Deutschland”. Schon jetzt sei die Abwanderung von Ärzten nach Süddeutschland besorgniserregend. Viele Krankenhäuser hätten bereits erhebliche Probleme, den ordnungsgemäßen Betrieb aufrechtzuerhalten.

Die Honorar-Misere sei aber nicht zuletzt ein klares Versagen der kassenärztlichen Selbstverwaltung, stellte Laumann fest. Bei den Verhandlungen der neuen Honorarordnung in Berlin hätten die Kassenärztlichen Vereinigungen aus dem Rheinland und aus Westfalen unterschiedliche Interessen vertreten und sich am Ende gegeneinander ausspielen lassen.

„Deswegen muss man auch mal die Frage nach den Strukturen stellen”, sagte Laumann. Der Gesundheitsexperte der SPD- Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, hatte kürzlich gefordert, die Kassenärztlichen Vereinigungen abzuschaffen und ihnen vorgeworfen, „auf Kosten der Patienten ihre Pfründe zu sichern”.

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