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Nach Flutkatastrophe: NRW fördert Weimarer Projekt zur schnellen Hilfe bei Katastrophen

Nach Flutkatastrophe : NRW fördert Weimarer Projekt zur schnellen Hilfe bei Katastrophen

Lagebilder in Echtzeit sollen nach Naturereignissen wie der Starkregen- und Hochwasserkatastrophe Mitte Juli in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen künftig eine schnellere Hilfe ermöglichen.

Das NRW-Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung fördert dafür ein entsprechendes Forschungsprojekt der Bauhaus-Universität Weimar in Thüringen mit rund 200.000 Euro. Mit Hilfe von ferngesteuerten Drohnen könnten künftig echtzeitnahe Zustandserfassungen von Krisengebieten aus der Luft erstellt werden, teilte das Ministerium am Sonntag mit.

Einsatzkräfte würden so schneller als bisher mit wichtigen Informationen versorgt, die Auswertung der entstandenen Schäden an Gebäuden und Infrastruktur würde erleichtert. „Unser oberstes Gebot nach einem Katastrophenereignis ist es, den betroffenen Bürgerinnen und Bürgern schnell und pragmatisch zu helfen. Mit 3D-Lagebildern aus der Luft können Krisenstäbe und Einsatzkräfte in Echtzeit mit wichtigen Informationen versorgt werden - ganz unabhängig davon, ob das Gebiet noch über die üblichen Verkehrswege erreichbar ist oder nicht“, sagte NRW-Ministerin Ina Scharrenbach (CDU). „Uns war es daher wichtig, das Forschungsprojekt schnellstmöglich zu unterstützen, um aus der Hochwasserkatastrophe so viel wie möglich zu lernen und Hilfe abzuleiten.“

Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Uni Weimar hatten die Forschungsanfrage direkt nach der Flutkatastrophe mit zahlreichen Todesopfern gestellt. Die Dokumentation der Schäden in den Hochwassergebieten über Kameradrohnen bildete die Grundlage der weiteren Forschung. Die massiven Zerstörungen wurden mittels 3D-Kameratechnik dokumentiert.

„Eine derart schnelle und unkomplizierte Unterstützung habe ich in meiner 40-jährigen Berufslaufbahn sehr selten erlebt“, lobte Diplomingenieur Jochen Schwarz von der Uni Weimar die Zusammenarbeit mit NRW. Die „Erstbefliegung“ der Krisengebiete sei abgeschlossen. Nun würden die Erkenntnisse ausgewertet, hieß es weiter. Noch in diesem Jahr sollen erste Ergebnisse präsentiert werden. Das Projekt soll zunächst bis Juli 2022 laufen.

Die Art der Katastrophe spiele bei der eingesetzten Technik eine untergeordnete Rolle. Die Methodik lasse sich auch auf Erdbeben- oder Sturmsituationen anwenden.

(dpa)