Aachen: Notruf vor der Tür des Klinikums: Verletzter muss warten

Aachen: Notruf vor der Tür des Klinikums: Verletzter muss warten

Stellen Sie sich vor, Sie brechen direkt vor dem Klinikum zusammen. Medizinischer Notfall. Glück gehabt, werden Sie denken: Da kann man Sie ja gleich reinholen in die Notaufnahme. Macht man aber nicht, sondern wartet auf den Krankenwagen...

Unsinn? Nein, sondern in Aachen so geregelt — und am Mittwoch vor dem Aachener Klinikum so geschehen. Gegen 12.30 Uhr bricht dort ein Mann zusammen, etwa zehn Meter vor dem Haupteingang des Großkrankenhauses. Eine Frau im weißen Kittel, so berichtet ein Zeuge, kümmert sich um ihn. Dann wartet man. Zehn Minuten habe es gedauert, bis ein Krankenwagen gekommen sei, sagt der Zeuge. Die Aachener Feuerwehr dementiert das: Nur vier Minuten habe man gebraucht, um vor Ort zu sein. Es sei halt immer so eine Sache mit der „gefühlten“ Zeitwahrnehmung von Zeugen.

Ansonsten aber hat der Zeuge alles richtig wahrgenommen, denn so wie der Einsatz gelaufen ist, muss es laut Feuerwehr auch sein. „Es ist alles sauber geregelt“, sagt der Einsatzführungsdienstbeamte Adelbert Zieger: „Denn der Vorplatz der Aachener Uniklinik ist öffentliche Verkehrsfläche, und da liegt die originäre Zuständigkeit beim städtischen Rettungsdienst.“ Dass das nicht nur der Zeuge als „unsinnig und bürokratisch“ empfindet, kann Zieger nachvollziehen. „Aber wo wollen Sie die Grenze ziehen?“, fragt er. „20 Meter vor der Tür, 100 Meter?“

Der Verletzte wurde dann übrigens mit dem Rettungswagen ins Klinikum gebracht. In die Notaufnahme. Die liegt unter dem Haupteingang, nahe der Stelle, an der der Mann zusammenbrach. Aber sie ist, so teilt das Klinikum auf Anfrage mit, „für Patienten, die zusammengebrochen sind und liegend transportiert werden, zügig über die Rettungswagenzufahrt zu erreichen“.