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In den Niederlanden: Wolf verfolgt Radfahrer, Paintballs zur Abwehr

In den Niederlanden : Wolf verfolgt Radfahrer, Paintballs zur Abwehr

Im Nationalpark De Hoge Veluwe in Gelderland treffen Menschen und Wölfe immer öfter direkt aufeinander. Zur Abschreckung dürfen Parkwächter nun mit Paintballwaffen auf die Tiere schießen.

Erst vor wenigen Tagen hatte ein Rennradfahrer seine Begegnung mit einem Wolf in dem Nationalpark bei Arnheim per Helmkamera aufgezeichnet und das Video über Twitter verbreitet. Darauf ist zu sehen, wie der Mann am helllichten Tag auf einem betonierten Weg durch den Wald fährt. Plötzlich taucht links von ihm ein Wolf zwischen den Bäumen auf und beginnt, hinter dem Radfahrer herzulaufen. Dieser versucht, das Tier mit Geräuschen zu verscheuchen, beschleunigt und kann es schließlich abschütteln. Gegenüber der niederländischen Tageszeitung „De Limburger“ bestätigt ein Experte, dass es sich bei dem Tier in dem Video tatsächlich um einen Wolf handelt.

Da sich Begegnungen wie diese in Gelderland häufen, sollen nun Paintball-Waffen zum Einsatz kommen. Das berichtet „RP Online“ und beruft sich auf eine Ausnahmegenehmigung der Regierung. Damit soll verhindert werden, dass die Tiere dem Menschen näherkommen und womöglich angreifen. Wölfe, die sich weniger als 30 Meter nähern, dürfen mit den Farbkugeln beschossen werden – allerdings nur von Parkwächtern. Die Maßnahme soll dazu führen, dass die Tiere „wieder Angst vor Menschen“ haben. Dass sich ein Wolf dabei verletzt, sei unwahrscheinlich, zudem seien getroffene Tiere nach dem Abschuss noch einige Zeit gut zu erkennen, heißt es in der Ausnahmegenehmigung.

<aside class="park-embed-html"> <blockquote class="twitter-tweet"><p lang="nl" dir="ltr">Oeps das maar goed dat deze jonge op een racefiets ging en niet op een scootmobiel. De wolf wordt steeds gevaarlijker <a href="https://t.co/3x3YehoS9n">pic.twitter.com/3x3YehoS9n</a></p>&mdash; Jan Cees Vogelaar. (@JanCeesVogelaar) <a href="https://twitter.com/JanCeesVogelaar/status/1588233987205505026?ref_src=twsrc%5Etfw">November 3, 2022</a></blockquote> <script async src="https://platform.twitter.com/widgets.js" charset="utf-8"></script> </aside>
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Nach Angaben der Provinzbehörde könnten die Tiere alternativ betäubt und mit einem Sender ausgestattet werden, um sie zu orten. Das halte man allerdings nicht für praktikabel. Da Wölfe zu den geschützten Arten gehörten, dürften sie auch nicht einfach getötet werden. Der Einsatz der Paintball-Waffen entspreche den Richtlinien, wie mit zahmen und potenziell problematischen Wölfen umzugehen sei.

Seger Emmanuel Baron van Voorst tot Voorst sagte gegenüber dem Regionalsender „Omroep Gelderland“, dass er die Paintball-Maßnahme mittragen werde, auch wenn er sie nicht für zielführend halte. „Es ist eine Scheinlösung, um nicht sagen zu müssen: Erschießt den Wolf.“

In jüngster Zeit waren in dem beliebten Nationalpark öfter Menschen und Wölfe direkt aufeinander getroffen. Neben dem Video, dass der Rennradfahrer gefilmt hatte, sorgte eine weitere Aufzeichnung für Aufmerksamkeit in den Sozialen Medien. Dort schlendert ein Wolf auf eine Familie zu, die am Waldrand eine Pause von ihrer Radtour einlegt. Das Tier war plötzlich aus dem Wald aufgetaucht und lief auf die Familie zu, bevor es dann aber doch noch abdrehte.

(red)