Rückfallgefahr: Loverboy aus Kerkrade wieder in Haft

Nach spektakulärem Prozess 2015 : Der Loverboy aus Kerkrade muss erneut in Haft

Ein Mann aus Kerkrade, der eine Minderjährige als sogenannter Loverboy zur Prostitution in einem Hotel in Valkenburg gezwungen hatte, ist nun erneut verurteilt worden. Wieder geht es um den Umgang mit seiner Partnerin.

Ein einschlägig vorbestrafter 26-Jähriger aus Kerkrade ist wegen Misshandlung und Freiheitsberaubung seiner 19-jährigen Freundin zu 30 Monaten Freiheitsentzug verurteilt worden. Das Gericht in Maastricht ordnete die anschließende Zwangsbehandlung des Mannes in einer psychologischen Klinik an, die üblicherweise mindestens zwei Jahre lang andauert. Er war wegen seiner „antisozialen Haltung“ und narzisstischen Störung in Verbindung mit der reichlichen Einnahme von Alkohol als vermindert schuldfähig eingestuft worden.

Der Mann hatte in der Vergangenheit als sogenannter Loverboy für Schlagzeilen gesorgt, weil er eine Minderjährige in einem Hotel in Valkenburg zur Prostitution gezwungen hatte. Im Jahr 2015 war er deswegen in einem Aufsehen erregenden Verfahren zu zwei Jahren Haft verurteilt worden. Die Freier waren ebenfalls angeklagt und meist zu Sozialstunden und einem (symbolischen) Tag Gefängnis verurteilt worden. Einige der Männer hatten sich aus Scham das Leben genommen.

In dem jetzigen Verfahren geht es um einen Vorfall vom Januar 2018, als der Angeklagte seine Freundin gezwungen hatte, in sein Auto zu steigen, und sie in der Nähe eines Waldes in Landgraaf vor seinen Freunden misshandelt und mit dem Kopf gegen den Wagen geschlagen hatte.

Die Kammer folgte der Einlassung eines psychologischen Sachverständigen, der einen Rückfall als wahrscheinlich ansah. Außerdem hätten frühere Verurteilungen keine Verhaltensänderung erbracht. In das Strafmaß einbezogen wurde auch der Handel mit Drogen, den der 26-Jährige auch in der Untersuchungshaft fortsetzen wollte.

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