RE18 ab Aachen fährt erst 2022 über Maastricht bis Lüttich

RE18 ab Aachen : „Drielandentrein“ fährt nur durch zwei Länder

Die Belgier bestehen auf dem europäischem Sicherheitssystem in dem Arriva-Zug ab Aachen, obwohl die belgische Bahn in ihren Zügen bislang kaum diesen Standard erfüllt. Deswegen wird es noch lange dauern, bis der RE18 von Aachen nach Maastricht weiter bis Lüttich fährt.

In der Seifenoper um die grenzüberschreitende Zugverbindung „Drielandentrein“ ist ein schnelles Ende nicht in Sicht. Erst Ende 2022 soll der Dreiländerzug endlich die Reise nach Lüttich antreten, meldet die niederländische Zeitung „De Limburger“. Die Verkehrsgesellschaft Arriva, die Auslandstochter der Deutschen Bahn, hat zwar schon erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Regionalbahn im Dreiländereck ans Laufen zu bekommen, doch der Vollzug lässt auf sich warten. Als Bremsklotz agieren die Belgier.

Die Idee hinter dem „Drielandentrein“ folgt europäischen Vorgaben, gerade in Grenzgebieten mit ihrem oft kümmerlichem ÖPNV großzügigere Angebote bereitzustellen. Seit Jahren war eine wesentlich häufiger verkehrende und schnellere Zugverbindung zwischen Aachen, Maastricht und Lüttich das Ziel. Mit dem Fahrplanwechsel am 9. Dezember 2018 sollten die Züge auf die fahrplanmäßige Tour gehen.

Bis 2022 ein Zweiländerzug

Doch der Teufel steckte im Detail. Auf deutscher Seite war die Prüfung der eisenbahnrechtlichen Zulassung noch nicht abgeschlossen. Busse ersetzten die Bahn bis dieses Problem Ende Januar 2019 gelöst war. Doch die Belgier verlangten plötzlich, dass der Dreiländerzug, den Arriva eigens hatte bauen lassen, mit dem europäischen Sicherheitssystem ERTMS ausgestattet wird. Das bieten zwar momentan kaum Züge, die in Belgien verkehren, aber die belgischen Behörden ließen sich auf keinen Kompromiss ein.

Die Züge für diese Linie sind speziell so gebaut, dass sie mit den verschiedenen Netzspannungen in den Oberleitungen zurechtkommen und mit den länderspezifischen Sicherheitssystemen kommunizieren können. Doch die Belgier bestehen auf dem zusätzlichen europäischen Sicherheitssystem, so dass die Züge aus Aachen vorläufig weiter in Maastricht stranden statt bis Lüttich weiterzufahren.

Nun hat Arriva zähneknirschend mit den Vorbereitungen für den Einbau von ERTMS begonnen. Die Ausschreibung ist erfolgt, Ende 2022 soll es eingebaut sein, teilt die Verkehrsgesellschaft mit. Bis dahin, hofft Arriva, werden auch die Belgier ihre Hausaufgaben machen und die jetzt noch zu niedrigen Bahnsteige in Visé der neuen europäischen Wirklichkeit anpassen.

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