1. Region
  2. Niederlande

Zahl der Todefälle steigt: Niederlande verbietet Ansammlungen von mehr als 100 Menschen

Zahl der Todefälle steigt : Niederlande verbietet Ansammlungen von mehr als 100 Menschen

Die Niederlande verschärfen die Gangart gegen das Corona-Virus: Die Schulen und Kindertagesstätten werden ab sofort bis zum 6. April geschlossen, auch die Gastronomie muss weitgehend für drei Wochen dichtmachen.

Dies verkündeten die zuständigen Minister in einer Pressekonferenz am Abend. Die Zahl der Toten ist inzwischen auf 20 angewachsen, die Zahl der Infektionen wird landesweit auf 1135 beziffert. 176 neue Fälle wurden von Samstag auf Sonntag registriert, wie das Reichsinstitut für Volksgesundheit und Umwelt mitteilte.

Besonders betroffen ist neben der Provinz Brabant die Region, die an den Kreis Heinsberg grenzt. Hinter Breda und Tilburg weist so die Doppelstadt Sittard/Geleen die meisten Erkrankungen (37 bestätigte Fälle) mit dem neuartigen Virus auf. Die eigens eingerichteten und isolierten Corona-Abteilungen in den Krankenhäusern in Heerlen und Sittard mit insgesamt 30 Intensiv-Betten sind schon fast alle belegt, für beide Einrichtungen wurde der Code Rot ausgegeben, die zweithöchste Stufe. Alle geplanten Operationen für die nächste Zeit wurden abgesagt, auch die Arbeit in den Polikliniken sei so weit wie möglich eingeschränkt worden, um noch genügend Behandlungsmöglichkeiten für Corona-Patienten zu behalten, teilte die Leitung der Zuyderland-Kliniken mit.

Es deute vieles darauf hin, dass das Virus aus der Region Heinsberg in die Niederlande gekommen ist, analysiert Christian Hoebe vom Gesundheitsdienst Süd-Limburg laut Tageszeitung „De Limburger“. Auch Gaststätten und Restaurants müssen drei Wochen lang ihre Pforten schließen, ebenso Coffeeshops und Saunas, wie Gesundheitsminister Bruno Bruins nach Beratung mit den Experten verkündete, das gelte ab sofort (18 Uhr). Auch Sport- und Sexclubs sowie Fitnesscenter seien betroffen, generell empfehle er allen Menschen, auf Abstand zu bleiben: „Als Richtschnur: ungefähr anderthalb Meter.“ Supermärkte jedoch blieben geöffnet.

Weil die Gastronomie in Belgien zuvor schon geschlossen worden war, hatte es in den Grenzgebieten einen sogenannten Café-Tourismus gegeben, den man nicht wolle und deshalb zu ähnlichen Maßnahmen gegriffen habe, erläuterte Bruins weiter.

(hau)