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Wegen Gaskrise: Niederlande produzieren mehr Energie in Kohlekraftwerken

Wegen Gaskrise : Niederlande produzieren mehr Energie in Kohlekraftwerken

Angesichts des Gaslieferstopps aus Russland kurbeln die Niederlande die Produktion der Kohlekraftwerke erneut an.

Das Land befinde sich in der ersten Phase einer Gaskrise, warnte Energieminister Rob Jetten am Montag in Den Haag. Es gebe zwar noch keinerlei Engpässe. Doch durch Russlands Entscheidung, die Gaslieferungen in europäische Länder zu stoppen oder stark zu reduzieren, könne sich die Lage schnell verschlechtern. Der Minister rief Bürger und Betriebe dringend auf, so viel Energie wie möglich zu sparen.

Angesichts der Klimakrise war die Produktion der Kohlekraftwerke auf 35 Prozent reduziert worden. Ab sofort sollen die Kraftwerke bis 2024 erneut auf voller Kraft laufen. Das Gas, das dadurch gespart würde, soll für den Winter gelagert werden. Die Regierung werde alles tun, um die Energieversorgung von Bürgern und Betrieben zu sichern. „Das Risiko von Nichtstun ist zu groß“, sagte Jetten.

Erwartet wird, dass der CO2-Ausstoß durch Kohle steigen wird. Der Energieminister kündigte neue Maßnahmen an, um den Ausstoß der Klima-Schadstoffe in anderen Sektoren zu reduzieren.

Die Niederlande wollen vorerst nicht die Produktion aus den eigenen Gasfeldern in Groningen im Nordosten wieder ankurbeln. Wegen zahlreicher Erdbeben war die Produktion stark reduziert worden und soll ab 2023 stoppen. Erst „als allerletztes Mittel“ werde daran gedacht, erneut mehr Groninger Gas zu fördern, sagte der Minister. Eine solche Krise könnte bei großen Engpässen im eigenen Land entstehen, aber auch wenn etwa die Versorgung in Deutschland problematisch werde.

Russland hatte bereits im Mai die Lieferung von Gas an die Niederlande gestoppt. Das führte jedoch bisher nicht zu Engpässen. Das Land deckte etwa 15 Prozent seines Gasbedarfs aus Russland.

Auch in Deutschland soll den Einsatz von Gas für Stromerzeugung und Industrie gesenkt werden, und es sollen mehr Kohlekraftwerke zum Einsatz kommen.

(dpa)