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Niederlande-Wahl: Mark Ruttes Corona-Bonus schrumpft

Niederlande-Wahl : Mark Ruttes Corona-Bonus schrumpft

Corona bestimmt die Wahl in den Niederlanden. Bis zum Schluss läuft der Wahlkampf. Umfragen treiben die Spannung hoch. Und es gibt auch Pannen.

Am zweiten Tag der Parlamentswahl in den Niederlanden haben neue Umfragen Spannung in den Wahlkampf gebracht. Der Vorsprung des rechtsliberalen Ministerpräsidenten Mark Rutte und seiner VVD ist demnach um einige Prozentpunkte geschrumpft. Die Partei für Freiheit und Demokratie (VVD) bleibt aber nach den Umfragen vom Dienstag weiterhin unangefochten auf Platz 1.

Bis Mittwoch wählen die Niederländer die 150 Abgeordneten der Zweiten Kammer des Parlaments. Wegen der Coronavirus-Pandemie war die Wahl erstmals um zwei Tage verlängert worden.

Nach der Umfrage des Instituts I&O Research ist Ruttes Corona-Bonus fast völlig verdampft. Die VVD liegt nun etwa auf demselben Niveau wie vor vier Jahren, erwartet damit aber zehn Sitze weniger als noch Anfang Februar. Außerdem zeichnet sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen des Rechtspopulisten Geert Wilders mit den linksliberalen D66 und ihrer Spitzenkandidatin Sigrid Kaag um den zweiten Platz ab.

Die Wahl steht im Zeichen der Corona-Pandemie. Am Montag und Dienstag sollten vor allem die besonders vom Virus gefährdeten Bürger wählen. Vielerorts war es in den rund 1600 Wahllokalen ruhig. Aber auch die 53 Jahre alte Fotografin Sacha de Boer ging in Amsterdam zur Wahl - mit dem Fahrrad beim ersten Wahllokal, in dem man mit dem „Fiets“ seine Stimme abgeben darf: „Ich muss morgen den ganzen Tag arbeiten“, sagte sie. „Für mich ist Klimaschutz das wichtige Thema.“

Zentrale Frage ist, welche Koalition künftig das Land führen wird. Nach zehn Jahren wird allen Umfragen zufolge Rutte erneut Regierungschef des Landes werden. Doch unklar ist, ob er mit seinen bisherigen Partnern - der christdemokratischen CDA, D66 und der kleinen ChristenUnie - erneut eine Mehrheit erhält. Rutte äußerte die Hoffnung auf eine schnelle Koalitionsbildung. „Ich hoffe, dass sich jeder durch Corona im klaren darüber ist, dass wir schnell etwas haben müssen“, sagte er.

Am zweiten Tag der Wahl kamen große Probleme mit der dort ungewohnten Briefwahl ans Licht. Fünf bis zehn Prozent der Wähler über 70 Jahre hatten nach Angaben der Behörden Formfehler gemacht. Dadurch geriet das Wahlgeheimnis in Gefahr. Dennoch sollen die Stimmen nun durch eine Anpassung des Verfahrens bei der Auszählung gültig sein. Wegen der Corona-Pandemie durften erstmals Wähler über 70 Jahre auch per Post ihre Stimme abgeben.

(dpa)