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Corona-Testzentrum angezündet: Krawalle bei erster Ausgangssperre in den Niederlanden

Corona-Testzentrum angezündet : Krawalle bei erster Ausgangssperre in den Niederlanden

Die coronabedingte Ausgangssperre hat in den Niederlanden Krawallen geführt. Es flogen Steine und Feuerwehrskörper, ein Corona-Testzentrum wurde in Brand gesteckt. Auch in der Provinz Limburg kam es zu Gewalt.

Die verschärften Coronamaßnahmen mit einer Ausgangssperre haben in den Niederlanden zu Protesten und Krawallen geführt. In etwa zehn Städten darunter Den Haag, Tilburg, Venlo, Enschede und Roermond kam es nach Berichten der Polizei am späten Sonntagabend kurz zu Ausschreitungen. Polizisten wurden mit Feuerwerk und Steinen angegriffen. In Den Haag wurden Autos in Brand gesteckt. Die mobilen Einheiten der Polizei waren im Einsatz.

Zuvor hatte die Polizei bereits in Amsterdam und Eindhoven mit Wasserwerfern vorab verbotene Demonstrationen beendet. Hunderte Demonstranten hatten nach Polizeiangaben in beiden Städten gegen die Corona-Maßnahmen protestiert und die Polizei mit Feuerwerkskörpern und Steinen angegriffen. In Eindhoven waren Geschäfte geplündert und Brände gelegt worden.

In der Hauptstadt hatten sich trotz eines Verbotes hunderte Demonstranten auf dem Museumsplatz im Zentrum versammelt. Die Polizei ging auch mit Pferden, Hunden und dem Einsatz von Schlagstöcken gegen die Demonstranten vor. Auch in Eindhoven im Osten hätten Hunderte trotz des Verbotes demonstriert und seien mit Gewalt gegen die Polizei vorgegangen. Mehr als 30 Menschen waren nach Angaben der Polizei festgenommen worden.

 Bei dem Protest in Eindhoven warfen Demonstranten mit Steinen auf Polizisten.
Bei dem Protest in Eindhoven warfen Demonstranten mit Steinen auf Polizisten. Foto: dpa/Rob Engelaar

In der Provinz Limburg gab es am Sonntagabend an mehreren Orten Ausschreitungen, berichtete die Tageszeitung „De Limburger“. In Roermond randalierte eine Gruppe von etwa 50 Personen am Bahnhof. Die Demonstranten versuchten, ein Einkaufszentrum aufzubrechen, indem sie einen Einkaufswagen in eine Glasscheibe warfen. Fenster von Geschäften seien eingeschlagen worden, es habe Plünderungen gegeben. Im Zentrum von Venlo flogen Steine und größere Feuerwerkskörper auf Polizisten.

Bereits am Abend zuvor hatte es in der Kleinstadt Urk nördlich von Amsterdam Krawalle gegeben, als Dutzende Menschen gegen die Sperrstunde protestiert hatten. Sie hätten Steine und Feuerwerkskörper auf Polizisten geworfen und Polizeiautos demoliert, wie die Polizei mitteilte. Jugendliche steckten nach Polizeiangaben ein Coronavirus-Testzentrum des Gesundheitsamtes in Brand. Sie griffen zudem ein Kamerateam des TV-Senders NOS mit Pfefferspray an. Zwei Personen wurden festgenommen und Dutzende Geldstrafen verhängt.

Landesweit hat die Polizei nach eigenen Angaben in der ersten Nacht der Sperrstunde mehr als 3600 Geldstrafen verhängt und 25 Personen festgenommen. Auch in Stein im Süden des Landes gab es Zusammenstöße mit der Polizei, als die Beamten eine illegale Party mit etwa 100 Besuchern beenden wollten.

Am Samstagabend war erstmals seit Beginn der Corona-Pandemie eine Ausgangssperre in Kraft getreten. Die Bürger müssen von 21.00 bis 4.30 Uhr in ihren Wohnungen bleiben. Verstöße werden mit Geldbußen von je 95 Euro bestraft.

(dpa/red)