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NRW-Europaminister: Keine Oster-Ausflüge nach Holland oder Belgien

NRW-Europaminister : Keine Oster-Ausflüge nach Holland oder Belgien

Nordrhein-Westfalens Europaminister Stephan Holthoff-Pförtner (CDU) hat an die Bürger appelliert, wegen der Corona-Pandemie auf Osterurlaube zu verzichten. Zuvor hatte das schon der niederländische Ministerpräsident gefordert.

Das betreffe nicht nur Reisen und Tagesausflüge innerhalb Nordrhein-Westfalens, sondern auch die beliebten Osterurlaube in den Niederlanden und in Belgien, sagte der Minister am Freitag in Düsseldorf.

Offiziell verboten seien Reisen in die Niederlande und nach Belgien zwar nicht, erklärte der CDU-Politiker. „Aber Sie haben natürlich keine Möglichkeit ihren Urlaub da zu verbringen, weil sie nirgendwo hingehen können.“ Touristische Reisen in Zeiten der Corona-Pandemie zu unterlassen, sei ein Appell an die Einsicht. „Ich würde alles unterlassen, was die Gefahr der Virus-Übertragung erhöht.“

Es werde zwar keine speziellen Polizeikontrollen an den Grenzen geben. Die Polizei werde in den Osterferien aber generell verstärkt kontrollieren, ob die angeordnete Beschränkung der Kontakte auf nur eine weitere Person beziehungsweise auf die eigene Familie eingehalten werde. Andernfalls drohten Bußgelder in bis zu fünfstelliger Höhe. Tatsächlich seien die Grenzbewegungen zwischen NRW und den Niederlanden bereits um bis zu 70 Prozent zurückgegangen.

Dennoch blieben die Grenzen grundsätzlich offen, unterstrich Holthoff-Pförtner. Die Lieferketten müssten sichergestellt und Pendlerverkehr im Arbeitsleben ermöglicht werden. „Ich warne vor diesem Allheilmittel der Grenzschließungen, weil ich glaube, das sind wirklich Symbolhandlungen, die Europa einen ungeheuren Schaden zufügen würden.“

Zu grenzüberschreitenden „Hamsterkäufen“ sagte der Minister: „Der Irrsinn ist länderübergreifend.“ Es sei notwendig, noch einmal über die Ladenöffnungszeiten zu reden: „Wenn bei uns die Läden schließen, fahren Menschen dorthin, wo Läden auf sind.“

Zuvor hatte bereits der niederländische Ministerpräsident Mark Rutte in drei Sprachen an Deutsche und Belgier appelliert, über die Osterfeiertage nicht in sein Land zu reisen. „Kom niet naar Nederland, Bleib zu Hause, restez à la maison!“, sagte Rutte am Donnerstag nach einer Krisensitzung des Kabinetts, wie die Zeitung „De Telegraaf“ berichtete. Auch die Niederländer rief der Regierungschef angesichts der Corona-Pandemie auf, keine Reisen zu unternehmen.

Rutte setzt dabei auf Freiwilligkeit. Von einem Verbot könne keine Rede sein, sagte er laut der niederländischen Nachrichtenagentur ANP. Grenzkontrollen soll es demnach über Ostern nicht geben. Zuvor hatten Abgeordnete des Parlaments in Den Haag die Sorge geäußert, dass über die Feiertage viele Ausländer ins Land kommen und so ungewollt zur Ausbreitung des Virus beitragen könnten. Allerdings rechnet die Tourismusbranche nicht mit einer größeren Zahl von Besuchern aus den Nachbarländern. Es gebe von dort für Ostern fast keine Buchungen, berichtete ANP.

Die beliebten holländischen Feriengebiete an der Küste der Provinz Zeeland sind ohnehin bereits für Touristen tabu. Übernachtungen sind dort verboten, sogar in der eigenen Ferienwohnung. Ferien in anderen Urlaubsregionen sind im Prinzip noch möglich. Jedoch bleiben Museen, Restaurants und Cafés geschlossen.

In den Niederlanden haben sich nach Angaben der amerikanischen Johns Hopkins Universität vom Donnerstag bislang rund 14.800 Menschen mit dem Coronavirus Infiziert, 1339 Menschen starben.

(dpa)