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Laute Forderung der Grenzregion: Intercity-Verbindung zwischen Aachen und Eindhoven verzögert sich

Laute Forderung der Grenzregion : Intercity-Verbindung zwischen Aachen und Eindhoven verzögert sich

Ein Intercity zwischen Eindhoven und Aachen – das war die Forderung eines offenen Briefs aus der Grenzregion an das niederländische Parlament. Er soll kommen, aber mit Verzögerung.

Mit dem Schnellzug von Aachen durch die Provinz Limburg bis Eindhoven und weiter: Schon seit Jahren wird das Infrastrukturprojekt aus der Grenzregion gefordert. Doch wie schon bei der Regionalexpress-Verbindung nach Maastricht mahlen die bürokratischen Mühlen bislang langsam.

In einem offenen Brief forderten am Donnerstag unter anderem die Stadt Aachen, die Gemeinde Heerlen, die Parkstad Limburg, die RWTH Aachen, die Limburger Zuyd University, die IHK Aachen und zahlreiche Unternehmen aus der Grenzregion mehr Tempo auf der Schiene.

„Die Region Parkstad-Aachen hat ein anderes Problem als ähnliche Regionen in den Randgebieten der Niederlande. Es geht um die Erschließung eines städtischen Gebiets in einer Region mit sechs Millionen Einwohnern. Der Ballungsraum Aachen-Heerlen mit über 800.000 Einwohnern auf der Achse nach Eindhoven und weiter nach Den Haag und Amsterdam ist entscheidend für Logistik, Digitalisierung, Dienstleistungen und Wissensentwicklung. Und für einen nachhaltigen internationalen Reiseverkehr“, schreiben die Institutionen in dem Brief. Dabei erwähnen sie ausdrücklich auch die über 100.000 Studenten in Aachen, Maastricht und der Region. Diese müssten an das Innovationszentrum in Eindhoven angebunden werden.

„Nichtstun bedeutet wirtschaftlichen Schaden für die Region und für die Niederlande führt es sogar zu einem Braindrain. In der neuen Konzession für das Haupteisenbahnnetz sollte daher die Verbindung Niederlande-Aachen als Verpflichtung aufgenommen werden. Denn als Region können wir es nicht allein schaffen“, heißt es in dem Appell.

Der Tag ist nicht zufällig ausgewählt: Am Donnerstag tagte der Ausschuss für Infrastruktur im niederländischen Abgeordnetenhaus unter Vorsitz der Staatssekretärin Vivianne Heijnen. Dabei ging es auch um die zukünftige Ausrichtung des Schnellzugnetzes der Niederlande. Die Verbindung Aachen-Eindhoven wurde dabei in einem gemeinsamen Antrag der Christdemokraten, Sozialliberalen und Nationalliberalen auf die Tagesordnung gebracht.

Von der Bedeutung einer vollwertigen Intercity-Verbindung zwischen Eindhoven und Aachen zeigte sich Staatssekretärin Heijnen überzeugt. Sie soll kommen – aber längst nicht so schnell, wie es sich manche Abgeordneten gewünscht haben, erklärte sie bei der Sitzung am Donnerstag. Ein stündlicher ICE zwischen den Städten sei kurzfristig nicht möglich. Im Schienennetz sei dafür kein Platz, auch der Bahnhof in Eindhoven müsse erst renoviert werden.

Als Übergangslösung prüft die Provinz Limburg nun eine Variante, bei der das Bahnunternehmen Arriva Züge „zu Randzeiten“ zwischen Eindhoven und Heerlen pendeln lässt. Ob dies machbar ist und welche Kosten damit verbunden sind, soll noch in diesem Jahr geklärt werden.

Damit verzögert sich eine endgültige Entscheidung zur Verbindung zwischen Eindhoven und Aachen weiterhin.

(cheb/jas)