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Infektions- und Patientenzahlen steigen stark: Die Krankenhäuser der Niederlande stehen vor Notlage

Infektions- und Patientenzahlen steigen stark : Die Krankenhäuser der Niederlande stehen vor Notlage

Die rapide steigenden Infektionszahlen in den Niederlanden haben Folgen für die Krankenversorgung. Die Regierung schlägt Alarm und kündigt „einschneidende Maßnahmen an“.

  Wegen der Zunahme von Covid-19-Patienten müssen Krankenhäuser in der Niederlanden möglicherweise bald wieder Akutbehandlungen anderer Patienten aussetzen. Das kündigte Gesundheitsminister Hugo de Jonge am Donnerstag in Den Haag an. Der Minister prüft zurzeit, ob eine Notlage für Krankenhäuser ausgerufen werden muss. Danach müssten Krankenhäuser etwa auch Chemotherapien oder Transplantationen absagen, um Betten für Covid-Patienten frei zu machen. Diese Notlage galt bereits Anfang des Jahres. In vielen Krankenhäusern werden bereits seit Wochen planbare Operationen und Behandlungen verschoben.

Angesichts der dramatischen Lage in Krankenhäusern soll nach Medienberichten der Teillockdown, der seit Mitte November gilt, ausgeweitet werden. Eine Entscheidung soll am Freitag fallen. Der Gesundheitsminister kündigte „einschneidende Maßnahmen“ an. „Es muss echt eine Wende geben“, sagte er.

14 Krankenhäuser hatten angegeben, dass sie bereits Krebs und Herz-Operationen sowie Transplantationen absagen mussten. In einzelnen Fällen seien auch Chemotherapien nicht mehr möglich, da es nicht genug Pflegepersonal gebe.

Zur Zeit liegen mehr als 2000 Covid-Patienten in den Krankenhäusern, darunter 505 auf Intensivstationen. Wenn der Zustrom neuer Patienten nicht abnimmt, rechnen Experten damit, dass in zehn Tagen die Grenze der Kapazität erreicht ist. Dann müssten Ärzte entscheiden, welcher Patient noch einen Platz auf der Intensivstation bekomme. Um Krankenhäuser zu entlasten, wurden in dieser Woche bereits zwei niederländische Patienten in Kliniken in Nordrhein-Westfalen verlegt.

Die Niederlande verzeichnen seit Wochen starke Zunahmen bei Infektions- und Patientenzahlen. Am Donnerstag wurden mehr als 22.000 Neuinfektionen registriert, das sind mehr als 900 Infektionen pro 100.000 Einwohner in sieben Tagen. Zum Vergleich: In Deutschland lag dieser Wert zuletzt bei 419.

(dpa)