1. Region
  2. Niederlande

Regionalairport: Der Staat lässt beim Maastricht Aachen Airport den Geldhahn zu

Regionalairport : Der Staat lässt beim Maastricht Aachen Airport den Geldhahn zu

In einer Marathonsitzung hat das Limburger Regionalparlament am Freitag den Weiterbetrieb des Maastricht Aachen Airports beschlossen. Doch beim Thema Subventionen bleibt die Regierung in Den Haag stur. Was das bedeutet.

Neben den Anwohnerbeschwerden gehörten ökonomische Gedankenspiele zu den Hauptpunkten bei der Debatte um den Weiterbetrieb des Maastricht Aachen Airports (MAA), die am vergangenen Freitag im Limburger Regionalparlament ausgefochten wurde.

Das Parlament stimmte schließlich für einen Weiterbetrieb – obwohl der niederländische Infrastrukturminister Mark Harbers (VVD) im Vorfeld unterstrich, dass der Staat den Regionalflughafen finanziell nicht unterstützen werde.

Das verdeutlichte Habers erneut in einer Sitzung des Repräsentantenhauses. Dabei ging es um den Umweltfonds, der vom Regionalparlament zur Bedingung für den Weiterbetrieb des MAA gemacht wurde. In diesen sollen nach Willen der lokalen Politiker die Provinz, der Staat, umliegende Gemeinden und die Geschäftswelt investieren, um daraus einen „grünen“ Umbau des Flughafens zu ermöglichen und die Lärmemissionen zu senken.

Dem erteilte der Nationalliberale Harbers eine klare Absage: Der niederländische Staat werde weder den MAA, noch andere Regionalflughäfen finanziell subventionieren. Jedoch betonte er auch, dass sein Ministerium noch keinen entsprechenden Antrag aus der Provinz Limburg erhalten habe. Die Provinz ist Besitzer und Betrieber des MAA.

Für eine Zusammenarbeit des MAA mit dem größten Flughafen der Niederlande, Amsterdam-Schiphol, sah Harbers jedoch durchaus Möglichkeiten. Es sei sicherlich eine Option für Schiphol, einzugreifen und sich zu beteiligen. Jetzt, da Klarheit besteht, können Folgegespräche geführt werden. Aber die Investitionsentscheidung liegt bei Schiphol. Es ist ihre geschäftliche Erwägung“, sagte der Minister.

Kritik am Flughafen kam auch von den Parteien, die bereits am Freitag für dessen Schließung stimmten. So sagte etwa Raoul Boucke von der linksliberalen Regierungspartei D66, dass es sich beim MAA um einen Flughafen handele, der sich nie selbst finanzieren könne und unter dessen Lärm zahlreiche Anwohner leiden. In die selbe Kerbe schlugen auch Abgeordnete der Grünlinken und der Sozialisten.

Verteidiger des Flughafens, hauptsächlich aus dem liberalen Spektrum, verwiesen hingegen auf die Möglichkeiten für den Frachtverkehr und die potentielle Funktion als Testflughafen für elektrisches Fliegen. Ebenfalls sei der MAA ein wichtiger Standortfaktor für Unternehmen und Jobgarant, hieß es etwa aus Reihen der Rechtsliberalen JA21.