Betreiber vom Flughafen Maastricht wirft hin

Betrieb soll weiterlaufen : Betreiber vom Flughafen Maastricht wirft hin

Der Maastricht Aachen Airport (MAA) ist wieder einmal in Turbulenzen: Der Betreiber Ismail Durmaz sieht seine Wachstumserwartungen nicht erfüllt. Der Flugbetrieb soll aber dennoch uneingeschränkt weitergehen.

Der jetzige Betreiber des internationalen Flughafens steigt aus seinem Vertrag aus, weil ihm die Entwicklungsmöglichkeiten nicht groß genug sind. Für die Passagiere, die sich in Beek, 30 Kilometer nordwestlich von Aachen, in die Lüfte schwingen wollen, ändert sich freilich nichts. Der Betrieb wird uneingeschränkt weitergeführt. Der Regionalflughafen ist nicht zum ersten Mal in die Schlagzeilen geraten.

Die Bekanntgabe des Betreiberwechsels erfolgte kurzfristig in einer Pressekonferenz am Vormittag im Gouvernementhaus in Maastricht. Schon zum 1. November liefert die Firma von Ismail Durmaz, der seine Wachstumserwartungen nicht erfüllt sieht, ihre Konzession ein. Diese lief eigentlich noch bis 2026, aber in beidseitigem Einvernehmen haben sich das Unternehmen und die Provinz Limburg, der der Airport gehört, auf eine vorzeitige Auflösung geeinigt.

Keine Folgen für Personal

Die Provinz übernimmt die Konzession gegen einen symbolischen Euro, Durmaz bleibt dem MAA als Berater verbunden. Die Übertragung soll laut Tageszeitung „De Limburger“ ohne Folgen für das Personal, die Firmen auf dem Gelände und die Flugpassagiere. Die Provinz war ohnehin schon verantwortlich für die Infrastruktur auf dem Gelände, etwa die Feuerwehr und die Security, deren Kosten auf zurzeit vier Millionen Euro pro Jahr gestiegen sind. Der zuständige Beigeordnete Joost van den Akker erklärte, dass man abwarten wolle, bis die niederländische Regierung ihr Luftfahrtkonzept vorlege, was wahrscheinlich im Jahr 2022 der Fall sein werde. Bis dahin werde man in aller Ruhe einen neuen Betreiber suchen. Van den Akker verwies auch auf andere Regionalflughäfen in den Niederlanden, deren Anteile größtenteils in den Händen der Obrigkeit sind.

Im neuen Konzept wird geklärt, welche Entwicklungsmöglichkeiten der Flughafen Beek hat. Derzeit kann die 2750 Meter lange Start- und Landebahn nicht vollständig genutzt werden, was zu Einschränkungen im Fracht- und Passagierbereich geführt hatte. Die Provinz Limburg hatte den Airport 2014 vor einer drohenden Insolvenz gerettet und private Betreiber gesucht. Derzeit macht der Airport, auf dessen Gelände sich ebenfalls ein Zentrum von Eurocontrol zur Überwachung der oberen Flugkorridore Nordwestdeutschlands, der Benelux-Länder und Nordfrankreichs befindet, leichten Gewinn. Der größte Kunde ist die Ferienfluggesellschaft Corendon, die vor allem Ziele um das Mittelmeer ansteuert.

Kritik von Anwohnern

Der Flughafen will zukünftig die Zahl der Ferienflieger von 275.000 im letzten Jahr auf 700.000 im Jahr 2026 und steigern, wie er vor kurzem in einem Positionspapier angekündigt hatte. MAA ist auch immer wieder mal im Gespräch, das völlig ausgebuchte Luftverkehrsdrehkreuz Schiphol in Amsterdam zu entlasten, doch nach Einschätzung niederländischer Medien wird es noch geraume Zeit dauern, bis die Regierung ihre Pläne zur künftigen Luftfahrtverkehrsentwicklung vorgelegt.

Auf der anderen Seite gibt es allerdings auch Gegenwind. Anwohner klagen immer wieder über Lärm, Abgase und Beschädigungen durch Verwirbelungen, weil die Anflugschneisen teilweise über dicht besiedelte Ortskerne führen. Tourismusverbände haben ebenso Bedenken gegen die Belästigungen und Gefahren aus der Luft angemeldet wie die Stiftung besorgter Ärzte oder die Bürgermeister umliegender Orte.