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Roermond: Niederlage für die Staatsanwaltschaft

Roermond : Niederlage für die Staatsanwaltschaft

Eine schwere Niederlage musste jetzt die Staatsanwaltschaft in Roermond hinnehmen: Weil sich ein Verfahren wegen Drogenhandels im großen Stil über neun Jahre lang hinzog, konnten die sechs Angeklagten nicht mehr verurteilt werden.

Die Anklagebehörde hatte schon mehr als 50 Zeugen verhört, die ersten Straftaten reichten bis ins Jahr 2001 zurück. Dem Sextett wurde die Herstellung und der Handel mit mindestens 1,5 Millionen Exstacy-Pillen zur Last gelegt, außerdem Geldwäsche und Urkundenfälschung.

Die drei Haupttäter aus Landgraaf und ihre Mittäter aus Maastricht, Geleen und Brüssel, 37 bis 71 Jahre alt, konnten das Gerichtsgebäude jedoch ohne Verurteilung verlassen. Ihre Verteidiger hatten die Einstellung des Verfahrens gefordert, weil die vorgeschriebenen Verfahrenstermine längst überschritten waren.

Daraufhin erklärte das Gericht die Sache als „niet-ontvankelijk“ (unzulässig), der Prozess war geplatzt. Nicht weniger als sieben Staatsanwälte hatten sich mit dem Fall befasst, vielleicht hatte dies für zu viel Verzögerung gesorgt.