Kerkrade: Niederländisches Königspaar eröffnet neue Attraktion in Kerkrade

Kerkrade: Niederländisches Königspaar eröffnet neue Attraktion in Kerkrade

50 Jahre nach Schließung der letzten Bergbauzeche haben König Willem-Alexander und Königin Máxima am Donnerstagnachmittag die niederländische Provinz Limburg besucht. Das Königspaar wollte sich ein Bild vom Strukturwandel in der Region machen. Ein straffes Programm führte König und Königin in die Gemeinden Kerkrade, Heerlen und Sittard-Geleen.

Der Besuch sollte Vergangenheit und Zukunft vereinen, und so stand die Besichtigung von „Joep“, der Bergarbeiter-Statue auf dem Kerkrader Markt ebenso auf der Agenda wie eine Fahrt auf dem „Buitenring“, dem größten Straßenbauprojekt der Provinz. Auch für ein Gespräch mit ehemaligen Bergbauarbeitern des Schachtes Nulland in Kerkrade sowie mit jungen Unternehmern aus Geleen hatte das Königspaar Zeit.

In Sachen Zukunft kam Seiner Majestät für einen Moment gar eine tragende Rolle zu. Im neuen und einzigartigen Columbus Earth Theater, einer Art umgekehrtem Planetarium am neugestalteten Kerkrader Museumplein, eröffnete König Willem-Alexander das nun dreiteilige Museumsensemble und startete per Knopfdruck einen aufsehenerregenden Film mit Satellitenbildern aus dem All über die Erde. Eine Weltpremiere.

In eben diesen Genuss wird die Öffentlichkeit ab dem 24. Oktober kommen. Dann werden nach rund einjähriger Bauzeit auf der Museumsmeile die drei C eröffnet — das bewährte Kinder-Mitmachmuseum Continium, das neue Columbus Earth Theater und das Cube, ein Designmuseum der besonderen Art, das nicht nur schöne Dinge zeigt, sondern vor allem solche, die dem Menschen das Leben erleichtern.

Architektonisch macht das gesamte Gelände nun mächtig was her. Neben dem bestehenden Gebäude des Continiums erheben sich dort der Cube, ein silbrig glänzender Würfel von 21 mal 21 Metern, und das Columbus Earth Theater, dessen eine Hälfte als weiße Halbkugel von 20 Metern Durchmesser über die Erde ragt, die andere Hälfte der Kugel befindet sich unterirdisch. Alles ist durch neu angelegte Wege und Plätze miteinander verbunden. 22 Millionen Euro wurden investiert, 15 Millionen davon hat die Provinz Limburg für die Neubauten beigesteuert, sieben Millionen trugen die Stiftung des Continiums und Sponsoren zusammen.

Außen weiß, innen schwarz — so präsentiert sich das kugelförmige Columbus Earth Theater. In 13 Metern Tiefe befindet sich die größte Projektionsfläche Europas, die kreisrunde Leinwand hat einen Durchmesser von 16 Metern. Von zwei ringförmigen Balkons mit gläsernem Boden aus blicken die Besucher in die Tiefe und betrachten das, was sonst nur Astronauten zu sehen bekommen: riesengroße, bewegte Satellitenbilder von der Erde, geschickt zum Film geschnitten, kombiniert mit Musik und Toneffekten von der Raumstation ISS. Das gefiel dem König: Er schaute gebannt nach unten und grüßte dann fröhlich durch den gläsernen Boden nach oben.

In der oberen Hälfte der Kugel befindet sich ein Auditorium mit 180 Plätzen, ganz im Blau des weiten Weltraums gehalten. Dort geht es weiter mit dem „Edutainment“, der pädagogischen Unterweisung ohne Zeigefinger: filmische Beispiele sollen den Betrachter emotional so ansprechen, dass er selbst zur (noch so kleinen) Tat schreitet, um die Welt zu retten. Nicht zuletzt werden hier exklusiv National Geographic Filme in 3D gezeigt.