Aachen: Neues Projekt: Krebsursachen ganzheitlich erforschen

Aachen : Neues Projekt: Krebsursachen ganzheitlich erforschen

Ursachen und Wirkungszusammenhänge komplexer Krankheiten wie Krebs oder Demenz untersuchen die RWTH Aachen, die Universitäten Lüttich, Hasselt und Maastricht jetzt gemeinsam.

Nicht nur die Effekte einzelner Gene, DNA-Sequenzen oder Proteine auf den Menschen werden dabei ermittelt, sondern die gesamten genetischen Besonderheiten eines Kranken in einem Simulationsverfahren berücksichtigt. 7,6 Millionen Euro bekommen die Forschungseinrichtungen für ihr Interreg-Projekt „Alma-in-Silico”.

Gemeinsam soll eine Datenbank mit anonymisiertem, biologischem Material aufgebaut und Methoden zur Auswertung erstellt werden. „Die Datenmenge solcher systemischer Analysen, in Kombination mit dem bereits bestehenden Wissen, ist zwar enorm, aber dadurch können wir ein biologisches System in seiner Gesamtheit unter Berücksichtigung gegenseitiger Beeinflussungen der molekularen und zellulären Vorgänge im Organismus beschreiben”, sagt Kurt Hoffmann vom Institut für Molekulare Biotechnologie der RWTH Aachen.

Fernziel ist nicht nur, ein gemeinsames Institut ins Leben zu rufen, sondern auch, Pharmaunternehmen der Region in den Lenkungsausschuss des Projekts zu holen. Langfristig sollen Firmen die Möglichkeit bekommen, konkrete Fragestellungen an die Forscher zu Effekten neuer Medikamente auf Proteine und die daraus resultierenden Zellveränderungen richten zu können. Ungewünschte Nebeneffekte könnten so verringert werden.

Mehr von Aachener Zeitung