Reaktion auf verschwundene Kobra in Herne: Neues Gefahrtiergesetz sieht Haftstrafen bei Verstößen vor

Reaktion auf verschwundene Kobra in Herne : Neues Gefahrtiergesetz sieht Haftstrafen bei Verstößen vor

Der erste Entwurf für das nordrhein-westfälische Gefahrtiergesetz sieht für Käufer oder Halter verbotener Gifttiere bis zu zwei Jahre Freiheitsstrafe oder Geldstrafen vor.

Der Entwurf, der jetzt dem Landtag zugeleitet wurde, zählt etliche Schlangen-, Skorpion- und Spinnen-Arten auf, die künftig verboten werden sollen.

In der Begründung des Gesetzes wird neben der Gefahr für Leib und Leben auf Kosten in bis zu „sechsstelliger Höhe“ verwiesen, wenn ein giftiges Tier entweicht. NRW sei ein „Zentrum der Haltung exotischer Tiere“, so die Regierung in ihrer Begründung - man müsse von mehreren Tausend giftigen Tieren im Land ausgehen. Da man die genaue Zahl nicht kennt, seien die finanziellen Folgen noch nicht zu prognostizieren: Das Gesetz sieht nämlich vor, dass von Haltern gemeldete Tiere auf Kosten des Landes eingesammelt und untergebracht werden.

Giftige Tiere im Haushalt müssen binnen sechs Monaten nach Inkrafttreten des Gesetzes gemeldet werden. Wer seine Giftschlangen oder andere Tiere behalten will, muss eine Haftpflichtversicherung über eine Million Euro und ein Führungszeugnis vorweisen. Der Erwerb neuer Gifttiere ist grundsätzlich verboten. Das Gesetz soll im kommenden Jahr verabschiedet werden. Es ist eine Reaktion auf die tagelange Jagd nach einer Kobra in Herne, wegen der im August mehrere Häuser geräumt werden mussten.

(dpa)