Neues Förderprogramm: 15.000 Stellen für Langzeitarbeitslose in NRW

Neues Förderprogramm in NRW : 15.000 Stellen für Langzeitarbeitslose entstehen

Neue Perspektiven für Langzeitarbeitslose: Ein neues Förderprogramm soll ihnen den Wiedereinstieg in einen regulären Job ermöglichen.

In Nordrhein-Westfalen sollen dieses Jahr 15.000 Stellen für Langzeitarbeitslose entstehen und ihnen die Chance für eine Rückkehr in den Beruf bieten. Gewerkschaften, Handwerk, Kommunalverbände, freie Wohlfahrtspflege und Vertreter der Bundesagentur für Arbeit unterzeichneten am Dienstag mit NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) eine gemeinsame Erklärung. Ziel sei, eine „Brücke in den ersten Arbeitsmarkt“ zu bauen, sagte Laumann.

In NRW erfüllen rund 150.000 Menschen die Voraussetzungen für das Programm. Es richtet sich an Arbeitslose, die in sieben Jahren mindestens sechs Jahre Hartz IV bekommen haben. Fünf Jahre lang wird der Job gefördert - in den ersten beiden Jahren werden die Lohnkosten voll übernommen, dann sinkt der Zuschuss. Hinzu kommt ein intensives Coaching. Grundlage ist das neue bundesweite sogenannte Teilhabechancengesetz. NRW bekommt zur Finanzierung bis 2022 mehr als eine Milliarde Euro vom Bund.

Allein 6000 Stellen sollen im Ruhrgebiet geschaffen werden, 900 Plätze in Köln. Im Dezember waren rund 615.000 Menschen in NRW arbeitslos. Von ihnen waren rund 253.000 Langzeitarbeitslose. Bisher wurde Langzeitarbeitslosen meist gemeinnützige und zusätzliche Arbeit angeboten, die nach Auslaufen der Förderung endete. Das neue Gesetz zielt nun auf Übernahmen in reguläre Beschäftigungen.

Die Initiative stößt aber auch auf Skepsis. So warnte NRW-Handwerkspräsident Andreas Ehlert vor Preisdruck und Wettbewerbsnachteilen etwa für Gartenbau- oder Malerbetriebe, deren Beschäftigte nicht gefördert würden. „Wir bewegen uns in einem Markt, der nicht mehr ganz fair ist.“ Die teilnehmenden Langzeitarbeitslosen müssten deshalb schnell in den ersten Arbeitsmarkt integriert werden.

(dpa)
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