Aachen: Neuer Masterstudiengang an der RWTH: „Theologie und Globale Entwicklung“

Aachen : Neuer Masterstudiengang an der RWTH: „Theologie und Globale Entwicklung“

Klimawandel, Migration, Ernährung: Die Welt steht vor gewaltigen Veränderungsprozessen. Diesen unter Berücksichtigung von Religion und Kultur zu begegnen, dazu will der neue Masterstudiengang „Theologie und Globale Entwicklung“ an der RWTH Aachen befähigen.

Das neue Studienangebot ist deutschlandweit einmalig, die Hochschule wird dafür erstmals mit dem in Aachen ansässigen Entwicklungshilfswerk Misereor und dem ebenfalls in Aachen beheimateten Missionswerk Missio kooperieren.

Hintergrund des neuen Studienkonzepts, das auf Initiative des Instituts für Theologie entwickelt wurde, ist die Neuausrichtung der Philosophischen Fakultät. In diesem neuen Rahmen will sich nun auch das Fach Theologie im Hinblick auf globale Herausforderungen interdisziplinär aufstellen und sich gesellschaftlich relevanten Themen widmen.

Durch die Kooperation mit den beiden katholischen Organisationen sollen den Studenten vor allem Praxisnähe und klare Berufsperspektiven eröffnet werden, sagt Steffen Jöris vom Institut für katholische Theologie. Darüber hinaus will der im weitesten Sinn geisteswissenschaftliche Studiengang soziologische, politologische und kulturgeografische Grundlagen schaffen.

Das besondere ist jedoch vor allem der multiperspektivische Ansatz der theologischen Disziplinen, mit dem auf die globalen Herausforderungen geblickt wird. „Wir wollen das Potenzial von Religion für den ökosozialen Wandel nutzen“, sagt Markus Büker, der beim bischöflichen Hilfswerk Misereor für theologische Fragen zuständig ist. Denn immerhin definierten sich rund 80 Prozent der Weltbevölkerung über Religion, so Büker. Ihm zufolge möchte Misereor mit seinem Engagement an der RWTH vor allem die Qualifizierung von Menschen für kirchliche und nichtkirchliche Zusammenarbeit unterstützen.

Auch für das Missionswerk Missio steht der interreligiöse Dialog im Vordergrund bei der Zusammenarbeit mit der RWTH. „Wir möchten daran mitarbeiten, dass die Religionen als Partner für die Entwicklung zivilgesellschaftlicher Strukturen weltweit wahrgenommen werden“, sagte Professor Klaus Vellguth von der Abteilung Theologische Grundlagen gegenüber unserer Zeitung.

Der Studiengang startet zum kommenden Wintersemester. Voraussetzung ist ein erster qualifizierter Studienabschluss, die Unterrichtssprache ist Deutsch. Eine Bewerbung ist bis zum 15. Juli möglich.

(ela)