„Nationale Dekade gegen Krebs“: Neue Therapien schneller anwenden

„Nationale Dekade gegen Krebs“ : Neue Therapien schneller anwenden

Jährlich erkranken in Deutschland rund 500.000 Menschen an einer bösartigen Tumorerkrankung; etwa 220.000 sterben daran. Die häufigste Form bei Frauen ist Brustkrebs (mehr als 30 Prozent); es folgen Tumorerkrankungen von Darm, Lunge und Gebärmutter.

Mehr als ein Viertel der betroffenen Männer hat Prostatakrebs; danach sind am häufigsten Lunge, Darm und Harnblase befallen. Die jetzt gestartete „Nationale Dekade gegen Krebs“ soll die Forschung gegen die Krankheit vorantreiben. „Wir wollen aus einer häufig tödlich verlaufenden Krankheit eine beherrschbare, eine heilbare Krankheit machen“, sagt Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesforschungsministerium.

Der Dürener CDU-Bundestagsabgeordnete leitet gemeinsam mit dem Vorstandschef des Deutschen Krebsforschungszentrums, Michael Baumann, einen Strategiekreis, der die Kampagne voranbringen und deren Projekte definieren soll. Neben dem Ministerium und dem Forschungszentrum beteiligen sich an diesem Kreis die Deutsche Krebshilfe, Unikliniken, medizinische Fachgesellschaften, Patientenorganisationen, Krankenkassen und andere Organisationen.

Das Forschungsministerium hat Studien ausgeschrieben, um die Wirksamkeit von Therapien zu vergleichen und zu verbessern, „auch wenn die Pharmabranche daran nicht sonderlich interessiert ist“, wie Rachel sagt. Um diese mehrjährigen wissenschaftlichen Studien können sich Unikliniken bewerben – und ebenso um die Einrichtung von vier weiteren nationalen Centren für Tumorerkrankungen (NCT), die den bereits bestehenden in Heidelberg und Dresden in den nächsten Jahren folgen sollen.