Düsseldorf: Neue Heimat für das Düsseldorfer Stadtarchiv

Düsseldorf: Neue Heimat für das Düsseldorfer Stadtarchiv

Rund 13,5 Kilometer Akten, Bücher, Nachlässe, Fotos und Zeitungen des Düsseldorfer Stadtarchivs haben eine neue Heimat. Nach sechs Monaten Umzug eröffnet das Archiv mit mehr als 700.000 Einzelstücken an diesem Donnerstag wieder seine Türen für Benutzer.

Standesamtsregister, Briefwechsel zwischen Künstlern und Museen oder Nachlässe von Familien, Vereinen und Firmen werden nun nahe dem Hauptbahnhof in drei Bunkern unter der Erde auf rund 2800 Quadratmetern gelagert, sagte der Leiter Clemens von Looz-Corswarem am Dienstag.

Gefahr für das kostbare „Gedächtnis der Stadt” sind nicht zu befürchten. Das Magazin liegt fernab der Baustellen der Düsseldorfer U-Bahn, und Urkunden und Dokumente werden bei etwa 18 Grad und 50 bis 55 Prozent Luftfeuchtigkeit konserviert. Nach dem Einsturz des Kölner Historischen Stadtarchivs im Frühjahr 2009 haben auch etwa ein Kilometer aus den Trümmern gerettete Akten der Domstadt eine vorübergehende Bleibe im Düsseldorfer Archiv gefunden. Mit Dokumenten von - aneinandergereiht - rund 30 Kilometer Länge war das Kölner Stadtarchiv allerdings weitaus größer als das der Landeshauptstadt.

Im Düsseldorfer Archiv existieren nur relativ wenig historische Dokumente aus der Zeit vor 1800. Der Grund ist banal: 1827 verkaufte die Stadt große Teile alter Akten als Müll an die Papiermühle - für 27 Taler. „Die Rechnung haben wir noch”, sagte Looz-Corswarem. Die älteste archivierte Urkunde aus dem Jahr 1382 thematisiert eine Wachsspende zur Beleuchtung des Heiligen Grabes in der Lambertuskirche.

Rund 1000 Besucher hat das Düsseldorfer Stadtarchiv pro Jahr - zumeist sind es Wissenschaftler, Studenten und Familienforscher. Weil immer mehr Menschen Ahnenforschung betreiben, soll es ab Herbst für sie spezielle Einführungskurse geben. Die Benutzer bekommen die Dokumente zumeist im Original auf den Schreibtisch im Lesesaal. Gesichert wird der Papierberg auf Mikrofilmen.

Die Bau- und Investitionskosten für das neue Archiv beliefen sich auf gut sieben Millionen Euro. „Platz für die nächsten vier, fünf Jahre ist noch da”, sagte Looz-Corswarem. Dann werde man wohl auf Außenanlagen ausweichen - oder eine „strengere Auslese von Papier” betreiben müssen.