Ein „virtuelles Krankenhaus“ für NRW: Neue Facharzt-Plattform soll Patienten-Versorgung verbessern

Ein „virtuelles Krankenhaus“ für NRW : Neue Facharzt-Plattform soll Patienten-Versorgung verbessern

Die Expertise der nordrhein-westfälischen Fachärzte soll landesweit auf einer digitalen Plattform gebündelt werden. Mit dem sogenannten virtuellen Krankenhaus soll die medizinische Versorgung in allen Regionen des Landes deutlich verbessert werden.

Das kündigte NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) am Freitag gemeinsam mit Spitzenvertretern des Gesundheitswesens in Düsseldorf an.

Das virtuelle Krankenhaus soll unter anderem den elektronischen Austausch von Patientendaten sowie Video-Sprechstunden ermöglichen. Ziel sei eine bedarfsgerechte, ortsnahe und qualitätsorientierte Behandlung, erklärte Laumann. Das Angebot solle künftig als Teil der Regelversorgung von den Krankenkassen finanziert werden.

Zuvor müssten aber noch zahlreiche rechtliche, organisatorische und technische Fragen geklärt werden. Die Pilotphase soll im Frühjahr 2020 starten. In der Vergangenheit habe es zwar bereits eine Vielzahl von Einzelprojekten mit ähnlicher Ausrichtung gegeben, sagte Laumann. Trotz hoher Investitionen sei es bislang aber nicht gelungen, ein landesweites, engmaschiges und digital unterstütztes Versorgungsnetz aufzubauen.

Auch Prof. Dr. Thomas Ittel, Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums der RWTH Aachen, begrüßt die Pläne: „Damit geht die Landesregierung einen mutigen und konsequenten Schritt, um die digitale Transformation des Gesundheitswesens in unserem Bundesland voranzutreiben.“

Die Uniklinik RWTH Aachen habe mit der Elektronischen Fallakte Plus, dem Telemedizinzentrum Aachen und dem Innovationszentrum für Digitale Medizin, IZDM, wichtige Komponenten für die digitale Vernetzung aller Akteure geschaffen. Man freue sich, so die Entwicklung des Virtuellen Krankenhauses unterstützen zu können.

„Mit dem Innovationsfondsprojekt TELnet@NRW konnten wir bereits die hohe Akzeptanz bei Ärzten und Patienten für ein intersektorales digitales Gesundheitsnetzwerk belegen“, sagt Ittel. „Ich bin sicher, dass das Virtuelle Krankenhaus entscheidende Verknüpfungswerkzeuge zur Optimierung der Versorgung liefern wird.“

(dpa)
Mehr von Aachener Zeitung