Mord, Totschlag, Raub: Neue Ermittlungen bei 80 ungeklärten Schwerverbrechen

Mord, Totschlag, Raub : Neue Ermittlungen bei 80 ungeklärten Schwerverbrechen

Das Landeskriminalamt nimmt sich Hunderte alte Fälle vor – sogenannter Cold Cases („kalte Fälle“). Nun werden neue Untersuchungen eingeleitet, auch in der Region Aachen, Düren, Heinsberg.

Spezialisten des Landeskriminalamts (LKA) NRW sind bei rund 80 ungeklärten Fällen von Mord und Totschlag auf Ansätze gestoßen, die Verbrechen doch noch aufzuklären. Das erklärte ein LKA-Sprecher am Dienstag. Bislang seien 168 der landesweit rund 1100 ungeklärten Fälle, sogenannte Cold Cases, aufbereitet, digitalisiert und in eine neue Datenbank beim LKA aufgenommen worden. Dabei hätten die Profiler in etwa der Hälfte der Fälle Ansätze entdeckt, mit denen die jeweilige Tat möglicherweise noch aufgeklärt werden könnte.

Der Leiter des Kriminalkommissariats 11 im Aachener Polizeipräsidium , Michael Fritsch-Hörmann, der für nahezu alle Mordfälle in der Region Aachen, Düren, Heinsberg zuständig ist, sagte am Dienstag im Gespräch mit unserer Zeitung, er und seine Kollegen hätten bislang etwa 30 ungelöste Verbrechen zum LKA geschickt, die bis 1994 zurückreichen. Von den 80 Fällen, bei denen die LKA-Profiler neue Ermittlungsansätze sehen, seien zwei, die im Zuständigkeitsbereich des Polizeipräsidiums Aachen liegen. Um welche Fälle es sich handelt, wollte Fritsch-Hörmann nicht sagen.

Seit Anfang 2018 entsteht im LKA in Düsseldorf die neue Datenbank. In ihr sollen alle ungelösten Morde in NRW seit 1970 digitalisiert und gespeichert werden. Seitdem konnte ein Altfall, das Tötungsdelikt an Claudia O. in Lohmar, aufgeklärt werden.

(dpa)
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