Kerkrade: Netracer erobern den Weltraum: Die Sieger des Jubiläums-Wettbewerbs

Kerkrade : Netracer erobern den Weltraum: Die Sieger des Jubiläums-Wettbewerbs

Zehn Jahre Netrace, zehn Jahre größter Online-Schülerwettbewerb der Region: Ein guter Anlass, um einmal Abstand zu nehmen und Bilanz zu ziehen, dachten sich die Macher der digitalen Bildungsinitiative von unserer Zeitung und NetAachen. Und nahmen gleich so viel Abstand wie überhaupt möglich.

Auf der Siegerehrung der Jubiläumsausgabe konnten die Teilnehmer einen Blick auf die Erde werfen, wie ihn sonst nur Astronauten im Weltraum genießen können. Möglich machte dies das weltweit einzigartige Columbus Earth Center, ein „umgekehrtes Planetarium“, der jüngste Neubau am Museumsplein im niederländischen Kerkrade. Im angrenzenden Mitmach-Museum Continium war die Siegesfeier schon einmal, nämlich im Jahr 2010, zu Gast gewesen.

Im Kinosaal des National Geographic Theater stimmte ein mitreißender Film über den Planeten Erde die Netracer auf die wie immer bis zum letzten Moment spannende Bekanntgabe der Team-Platzierungen ein.

Ein Wettbewerb wie kein anderer

Zogen Bilanz nach zehn Jahren Schülerwettbewerb: Thomas Thelen, stellvertretender Chefredakteur unserer Zeitung, Wilhelm Maassen, Netrace-Organisator und Geschäftsführer von Promedia Maassen, Andreas Schneider, Netrace-Sponsor und Geschäftsführer von NetAachen und Katharina Menne, Volontärin und Moderatorin der Veranstaltung (von links).

Nun wurden im erst vor gut anderthalb Jahren eröffneten 3D-Kinosaal National Geographic Theater die Gewinner geehrt. Zuvor hatten die rund 100 Schüler — angetreten waren 219 Gruppen mit rund 1700 Schülern von 62 Schulen aus der Städteregion Aachen, den Kreisen Düren und Heinsberg und Belgien — ein spannendes Rahmenprogramm erlebt. Eine Weltraum-Simulation und ein packender Film über die Zukunft unserer Erde hatten sie auf das große Finale eingestimmt. Ein Brückenbau-Wettbewerb im Laboratorium ließ noch einmal Teamwork-Gefühl aufkommen.

Gruppenbild mit Klötzchenlulatsch: Vor einem Lego-Ebenbild des Rekord-Basketballspielers Dirk Nowitzki ließen sich die angereisten Sieger des besten Teams „Spürnasen“ ablichten. Einen Rekord hat auch ihre Schule, das Aachener Geschwister-Scholl-Gymnasium, mit seiner stolzen Reihe von Top-Ten-Platzierungen aufgestellt.

Zehn Jahre Netrace: Es dürfte kaum einen anderen vergleichbaren Schülerwettbewerb geben, der in einem sich so rasant verändernden Umfeld wie dem Internet ein komplettes Jahrzehnt lang mit derart großem Zuspruch verwirklicht wird.

Fotowand: Auf dem interaktiven Großdisplay des Continiums ließen sich die Bilder der Teams mit einem Fingertipp zoomen und verwirbeln. Foto: der Teams mit einem Fingertipp zoomen und verwirbeln.

Wie das gelingen konnte? „Das Besondere am Netrace ist die Verknüpfung von Lernen und Spaß mit Erfolgserlebnissen“, sagte der Mann, der als Sponsor das Projekt Jahr für Jahr fördert und ermöglicht: Andreas Schneider, Geschäftsführer des Telekommunikationsanbieters NetAachen. Dass sich alljährlich Teilnehmer aus allen Altersklassen, von allen Schulformen und aus der gesamten Region auf die anspruchsvollen Aufgaben stürzen, „zeigt, dass wir einen Nerv getroffen haben“.

Wer beim Stichwort Androide bisher nur an ein Smartphone-Betriebssystem dachte, musste beim Kontakt mit diesem Zeitgenossen umdenken.

Die Absicht dahinter erläuterte Thomas Thelen, der stellvertretende Chefredakteur unserer Zeitung. Heute komme es mehr denn je darauf an, aus der Flut der Informationen im Netz richtig von falsch unterscheiden zu können. „Welche Inhalte brauche ich im Internet? Welche Inhalte sind wichtig? Da jungen Menschen Orientierung zu geben, ist wichtiger denn je“, unterstrich er im Gespräch mit der Moderatorin der Veranstaltung, Katharina Menne, Volontärin unserer Zeitung.

Wie baut man eine Brücke? Für die Experten des digitalen Wissens ging es im Brückenbau-Workshop im Science Lab um ganz reale Belastungen ...

„In Zeiten von Fake-News besonders wichtig“

... die dann einem ganz realen Belastungstest unterzogen wurden. Die Sieger — „GSG Bridge“, „Nvidia 1080“, „Felixbrücke“ und „Bridge over the rainbow“ — trugen bis zu vier Kilogramm an ihren dünnen Balsaholzstäbchen, wie Museumspädagogin Katja Sonnemans (rechts) feststellte.

Das sah Wilhelm Maassen genauso, der Netrace-Erfinder und Chef des medienpädagogischen Instituts Alsdorf. Dass junge Menschen kompetent im Umgang mit der digitalen Welt gemacht werden müssen, „ist in Zeiten von Fake-News besonders wichtig“.

Ab in die Luft: Aerodynamik zum Ausprobieren.

Doch nun zu den Hauptpersonen des Tages: den Netrace-Gewinnern! Im Jubiläumsjahr gibt es passenderweise einen Rekordsieger, das Team „Spürnasen“ vom Aachener Geschwister-Scholl-Gymnasium. So oft wie die Truppe aus dem Aachener Osten mit ihrer Lehrerin Cordula Williams war noch kein Team in der oberen Hälfte der Top Ten: 2011 landeten sie auf Platz 5, 2012 folgte der erste Gesamtsieg, 2013 ein dritter Platz, 2014 der zweite Sieg, 2015 ein Rang vier, 2016 eine Silbermedaille und nun der dritte Gesamtsieg. Was sie mit ihrem Preis, einem Scheck über 1000 Euro, machen werden, wussten sie bereits: „Phantasialand, wie immer!“ rief eine Schülerin lachend.

Ab ins All: Im Columbus Earth Center erlebten die Netracer eine einzigartige Präsentation der Erde aus der Perspektive von Astronauten.

Auf Platz zwei konnte sich das Team „Motivianer“ von der Bischöflichen Marienschule Aachen über 750 Euro freuen; dieselbe Summe ging an „GymHueck“ vom Gymnasium Hückelhoven. „GeForce“ von der Realschule Linnich folgte auf Platz vier und fuhr wie „Webelers Crew“ vom Dürener Nelly-Pütz-Berufskolleg mit 500 Euro nach Hause.

Je einen Scheck über 250 Euro gab es schließlich für die Teams auf den Plätzen 6 bis 10: „Eickers Unicorns“ von der Europaschule Herzogenrath, „Super6“ von der Gustav-Heinemann-Gesamtschule Alsdorf, „Netracer“ von der Hugo-Junkers-Realschule Aachen, „pjsheroes“ von der Peter Jordan-Schule in Hückelhoven und die „Netzwerker“ von der LVR-Gutenberg-Schule aus Stolberg.