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Gemeinsam ins Ziel: Netrace-Siegerehrung war diesmal eine Videokonferenz

Gemeinsam ins Ziel : Netrace-Siegerehrung war diesmal eine Videokonferenz

In 2020 ist alles anders – auch die Siegerehrung der Internetrallye von unserer Zeitung und NetAachen

Ob die Zahl 13 den Netrace-Teilnehmern Glück oder Unglück bringen würde, wie wir vor Beginn der 13. Ausgabe der großen Schülerrallye von unserer Zeitung und NetAachen spekuliert hatten, diese Diskussion erübrigte sich am Ende. Zehn Teams hatten sich durch vier Runden bis zur Siegerehrung gekämpft, dann kam das Coronavirus[Link auf Beitrag 76706905]. Und die traditionell aufwändige Feier wurde am Ende zur Videokonferenz – die Preise gab es natürlich trotzdem.

Sehen wir das Positive: Das Netrace konnte trotz der Pandemie vollständig gespielt werden und ernsthaft erkrankt ist nach Kenntnis der Veranstalter auch kein Teilnehmer. Vergessen werden die Organisatoren diese Ausgabe des jährlichen Online-Wettbewerbs dennoch nicht.

Als die Vorrunde im Herbst startete, dürfte kaum ein Teilnehmer vom Coronavirus auch nur gehört haben. Als die zweite Finalrunde lief, wurden im Kreis Heinsberg schon die Schulen deshalb geschlossen.

Dennoch konnte ein davon hart getroffenes Team wie „Gegen uns hätten wir auch gewonnen“ von der Realschule Heinsberg ganz an die Spitze des Teilnehmerfeldes vorstoßen. Was sowohl den Ehrgeiz und das Können der Schüler bewies wie auch die Findigkeit ihres Lehrers Andreas Lehnen, der die Schüler in einer Whatsapp-Gruppe zusammentrommelte – und schließlich die Flexibilität der Netrace-Koordinatoren vom Medienpädagogischen Institut Promedia Maassen aus Alsdorf, die die letzte Runde kurzerhand um eine Woche Spielzeit verlängerten. Es reichte, für die Rallye und für die Heinsberger.

„Ortsungebundenes Lernen gefragt“

Und noch etwas bewies dieses ungewöhnlichste Netrace von allen: „Welche Bedeutung das Internet hat, zeigte sich zu keiner Zeit so stark wie jetzt“, wie der Sponsor des Wettbewerbs sagte,
NetAachen-Geschäftsführer Andreas Schneider. „Wir sprechen seit Jahren über Videokonferenzen, jetzt werden sie zum ersten Mal in großem Maßstab genutzt.“ Und auch die Schulen stünden jetzt vor einschneidenden Veränderungen in Sachen Digitalisierung: „Pädagogische Konzepte müssen sich ändern, ortsungebundenes Lernen ist gefragt.“

Er, Anja Clemens-Smicek von der Chefredaktion unserer Zeitung und Promedia-Maassen-Chef Wilhelm Maassen gratulierten den Teilnehmern zu ihrem hervorragenden Abschneiden unter erschwerten Bedingungen. „Ihr habt gelernt, Fakten von Fake News zu unterscheiden“, sagte Anja Clemens-Smicek.

Ihrer Kollegin, unserer Redakteurin Annika Kasties, blieb am Ende die angenehmste Aufgabe der Veranstaltung: Die Ehrung der Sieger und Bekanntgabe ihrer Platzierung. So lange wie in diesem Jahr hatte noch keine Netracer auf ihre Ergebnisse warten müssen – und auf ihre Preise. Neben Geld gab es Gutscheine für die Abenteuerhalle „Die Halle“ in Aachen.

Auf Platz 10 landeten die „Spürnasen“ vom Geschwister-Scholl-Gymnasium Aachen, die erfolgreichste Grupe in der Netrace-Geschichte. „Auf jeden Fall!“ war denn auch die Antwort von Teamsprecherin Sümeyye Sarikaya auf die Frage von Moderatorin Annika Kasties, ob die Gruppe auch im nächsten Jahr wieder antreten wolle.

„Irgendwann wieder feiern“

Das „Team_Waldschule“ von der Gesamtschule Eschweiler kämpfte sich auf Platz 9 vor, die Gruppe „KogelStreetNews“ von der Kupferstädter Gesamtschule Stolberg auf Rang 8. Mit dem 7. Platz verabschiedeten sich „Bettrace“ vom Bischöflichen Pius-Gymnasium Aachen aus dem Wettbewerb, denn die Schüler sind nach frisch bestandenem Abitur in Kürze keine mehr. „In den letzten Jahren haben wir immer mit viel Spaß teilgenommen“, zog ihr Teamsprecher Bilanz.

Mit einem 6. Platz macht „fertig schnell“ vom Berufskolleg Wirtschaft aus Geilenkirchen das halbe Dutzend der Teams voll, die mit je 250 Euro belohnt werden. „Ocean’s 9“ von der Käthe-Kollwitz-Schule Herzogenrath auf Platz 5 und „Nice kombiniert Bro“ vom Gymnasium Hückelhoven auf Rang 4 dürfen sich über je 500 Euro freuen.

In den Medaillenrängen erkämpften sich die „Regenbogenwürmer“ von der Viktoriaschule Aachen Bronze. Volle 100 Punkte im Finale brachten die Gruppe mit dem längsten Namen, „Gegen uns hätten wir auch gewonnen“ von der Realschule Heinsberg auf Platz 2. Der Lohn: je 750 Euro für die Teamkasse.

Gold geht in diesem Jahr nach Alsdorf: ans Team „Super 9“ von der Gustav-Heinemann-Gesamtschule. Vom Preis, 1000 Euro, möchte Lehrerin Klaudia Kues mit den Schülern ein Klassenfest machen, sobald das Thema Coronavirus es zulässt: „Ich hoffe, dass wir irgendwann wieder ausgelassen feiern können.“ Die nötige Geduld dürften die Schüler jedenfalls haben: Als Netracer haben sie Zähigkeit ja bewiesen.