Aachen: Nazi-Bombenbauer in Aachen verurteilt

Aachen: Nazi-Bombenbauer in Aachen verurteilt

Zwei junge Bombenbauer aus der rechten Szene sind am Montag in Aachen zu zwei Jahren Haft verurteilt worden.

Dabei bekam Falko W. (20) eine zweijährige Jugendstrafe, die zur Bewährung ausgesetzte wurde. Sein Freund und Mittäter Daniel T. (25) bekam eine Haftstrafe von ebenfalls zwei Jahren, auch sie wurde zur Bewährung ausgesetzt, beide Haftbefehle wurde nach dem Urteil aufgehoben.

Lebensgefährlich waren die Sprengsätze zwar nicht, hieß es in der Urteilsbegründung. Gefahr aber für die leibliche Unversehrtheit hätten die selbstgebastelten Bomben zweifellos besessen, stellte die 1. Jugendkammer am Aachener Landgericht (Vorsitz Richter Gerd Nohl) am Mittag unmissverständliche fest.

Der wegen der Herstellung von sechs „unkonventionellen Spreng- und Brandvorrichtungen”, abgekürzt „USBV”, mit angeklagte Daniel T. (25) habe seinem engen Freund Falko W. (20) beim Bombenbasteln geholfen. Alles andere sei völlig „lebensfremd” zu glauben, bewertete das Gericht die lückenhaften und sich mögliche gegenseitig kaum belastenden Geständnisse der zwei Freunde.

Die beiden jungen Männer mit dem ausgewiesenen rechtsradikalen Hintergrund - W. war Mitglied der neofaschistischen Kameradschaft Aachener Land (KAL) und einschlägig vorbestraft - hatten zudem Anfang August 2010 den jüdischen Friedhof in Aachen geschändet sowie die Fassaden der Parteibüros der Linken und der Grünen mit Naziparolen beschmiert.

Dies seien „verabscheuungswürdige und menschenverachtende” Verbrechen, stellte das Gericht fest. W. müsse in seinen im Sommer gestarteten Bemühungen, sich in einem Aussteigerprogramm von der Naziszene loszumachen, fortfahren, anderenfalls drohe die sofortige Widerrufung der Bewährungsstrafe.

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