Aachen: Nach Drogenrazzia in Brand: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen rechte Dealer

Aachen: Nach Drogenrazzia in Brand: Staatsanwaltschaft erhebt Anklage gegen rechte Dealer

Die Staatsanwaltschaft Aachen hat Anklage gegen Personen aus der rechtsextremen Szene und deren Umfeld wegen des Vorwurfs des gemeinschaftlichen bandenmäßigen Handels mit Betäubungsmitteln erhoben. Insgesamt fünf Personen wird vorgeworfen, mit Amphetaminen, Marihuana und Extasy-Tabletten in nicht geringer Menge gehandelt zu haben. Dies bestätigte der Sprecher der Behörde, Jost Schützeberg, unserer Zeitung auf Anfrage.

Hintergrund ist ein SEK-Einsatz und eine Drogenrazzia im Aachener Stadtteil Brand am 31. Mai. Wie berichtet, wurden dabei insgesamt fünf Personen im Alter zwischen 23 und 37 Jahren zeitweise in Untersuchungshaft genommen. Vorgeworfen wurde den Beschuldigten seinerzeit, mindestens zwanzig Kilogramm Amphetamin zum Verkaufspreis von mindestens 160.000 Euro über den Postweg verschickt zu haben.

Abgewickelt worden sein sollen die Deals über das anonymisierte Darknet im Internet. Die Männer sollen nach Recherchen dieser Zeitung Kontakte zur rechtsextremen Szene unterhalten haben oder ihr selbst angehören. Schützeberg wollte dies auf Anfrage nicht bestätigen, etwaige Verbindungen oder Indizien dafür seien nicht Hintergrund der Anklageschrift. Der Prozess soll in einigen Wochen vor der Großen Strafkammer am Landgericht Aachen beginnen.

Laut dem Sprecher der Staatsanwaltschaft sollen die Beschuldigten neuen Ermittlungen zufolge nicht nur mit Amphetamine, sondern auch mit Marihuana und Extasy gehandelt haben. Der Gesamtwert für die Drogen soll 260.000 bis 330.000 Euro betragen haben. Zwei der Männer sollen demnach den Handel ab September 2015 initiiert, drei sich der Bande zu einem späteren Zeitpunkt angeschlossen haben.

Vorgeworfen werde den Männern überdies ein bewaffnetes Handeltreiben mit Drogen, sagte Schützeberg auf Anfrage. Denn bei der Razzia sei ein Schlagstock griffbereit aufgefunden worden, möglicherweise gedacht zur Verteidigung des „Depots“.