Kölner Hauptbahnhof: Nach Brandanschlag: Verdächtiger bleibt in Haft

Kölner Hauptbahnhof : Nach Brandanschlag: Verdächtiger bleibt in Haft

Nach dem Brandanschlag und der Geiselnahme im Kölner Hauptbahnhof im vergangenen Oktober bleibt der Tatverdächtige weiter in Untersuchungshaft. Das Kölner Landgericht hat nach Angaben vom Freitag eine Haftbeschwerde des Mannes abgelehnt.

Der mutmaßlich psychisch kranke Flüchtling aus Syrien war bei dem Angriff selbst schwer verletzt worden und lag lange im Koma. Inzwischen befindet er sich in einem Justizkrankenhaus. Gegen ihn wird unter anderem wegen mehrfachen versuchten Mordes ermittelt.

Nach Auffassung des Gerichts besteht trotz seines schlechten Gesundheitszustands Fluchtgefahr. Es gebe „die nicht fernliegende Möglichkeit, dass er einen Dritten dazu veranlassen könnte, ihm zur Flucht zu verhelfen“. Eine ausreichende medizinische Versorgung des Verdächtigen sei auch in der Untersuchungshaft möglich, so dass diese zweifellos gerechtfertigt sei.

Der Syrer soll einen Brandanschlag in einem Schnellrestaurant verübt haben, bei dem ein 14-jähriges Mädchen schwere Verbrennungen erlitt. Anschließend verschanzte er sich in einer Apotheke und nahm eine Frau als Geisel, ehe er von der Polizei niedergeschossen und festgenommen wurde.

Die Bundesanwaltschaft hatte zunächst wegen eines möglichen islamistischen Hintergrundes ermittelt. Da sich dies aber nicht bestätigte, gab sie die Ermittlungen an die Kölner Staatsanwaltschaft ab.

(dpa)
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