Aachen/Kreis Heinsberg: Nach 30 Kilometern: Polizei stoppt Geisterfahrer auf A4 bei Aachen

Aachen/Kreis Heinsberg: Nach 30 Kilometern: Polizei stoppt Geisterfahrer auf A4 bei Aachen

Niederländische und deutsche Polizisten haben am Donnerstagmorgen auf der Autobahn 4 bei Aachen einen Geisterfahrer gestoppt, der aus den Niederlanden kommend fast 30 Kilometer weit auf der falschen Fahrbahn unterwegs gewesen war. Im Gegensatz zum tödlichen Falschfahrer-Drama vom Januar, bei dem zwei Menschen auf der A4 bei Merzenich ums Leben kamen, ging die Sache diesmal glimpflich aus.

Wie das niederländische Nachrichtenportal 1limburg.nl berichtet, war der Autofahrer gegen 5 Uhr im etwa 30 Kilometer von Aachen entfernten Geleen auf die dortige Autobahn A76 gefahren.

Der 64-jährige Mann, der nach Informationen der Autobahnpolizei Köln aus dem Kreis Heinsberg stammt, fuhr laut 1Limburg „stoisch“ Kilometer um Kilometer. Er reagierte nicht auf die Versuche der alarmierten niederländischen Polizeibeamten, ihn zum Anhalten zu bewegen, und setzte seine Fahrt unbeirrt fort. Eskortiert von mehreren Polizeifahrzeugen, näherte er sich schließlich der deutsch-niederländischen Grenze.

Kurz vor dem Grenzübergang Vetschau stießen dann auch deutsche Beamte zu dem Blaulicht-Konvoi, der sich rund um den Wagen des 64-Jährigen gebildet hatte. Zwischen den Anschlussstellen Aachen-Laurensberg und Aachen-Zentrum konnte der Mann schließlich dazu gebracht werden, sein Fahrzeug auf dem Standstreifen zu stoppen.

Wie der Sprecher der Autobahnpolizei auf Anfrage erklärte, verhielt sich der Mann „psychisch auffällig“. Er wurde in eine psychiatrische Einrichtung eingewiesen.

Im Januar: Ein Lebensmüder und zwei Tote

Im Januar hatte auf der A4 ein Geisterfahrer einen schweren Unfall mit zwei Toten verursacht. Der 47-jährige Niederländer war bei Merzenich offenbar in voller Absicht auf die Autobahn gefahren, um sich das Leben zu nehmen. Sein Wagen prallte erst gegen einen Sattelschlepper, dann gegen den Pkw eines Ehepaares. Beide Insassen starben, der Falschfahrer selbst überlebte mit lebensgefährlichen Verletzungen. Der Mordprozess gegen ihn vor dem Aachener Landgericht ist vor wenigen Tagen eröffnet worden.

Nur zwei Tage nach dem tödlichen Geschehen vom 20. Januar fuhr ein weiterer Falschfahrer auf denselben Streckenabschnitt der A4 bei Merzenich. Die Polizei richtete bei Kerpen eine Sperre ein, vor der der Unbekannte wendete und wieder in Richtung Aachen flüchtete. An der Anschlussstelle Merzenich verließ er dann die Autobahn, er wurde nie gefasst.

(mvb)