Vater vor Gericht: Mutter sagt im Mordprozess um getötete Tochter aus

Vater vor Gericht : Mutter sagt im Mordprozess um getötete Tochter aus

Im Prozess um eine ermordete Siebenjährige in Düsseldorf hat die Mutter des Mädchens vehement bestritten, ihrem Ex-Mann untreu gewesen zu sein. Der 33-Jährige ist wegen Mordes angeklagt.

Er soll die Siebenjährige aus rasender Eifersucht erwürgt haben, um sich an seiner angeblich untreuen Ehefrau zu rächen.

Ihr damaliger Ehemann habe ihr Untreue unterstellt und begonnen, ihr deswegen nachzustellen, berichtete die 44-Jährige am Montag als Zeugin vom dem Düsseldorfer Landgericht. Sie sei aber nicht fremdgegangen, betonte die Frau. „Herr Richter, sehen sie mich an. Ich bin kein Männertyp“, sagte sie.

Sie arbeite in einem Großraumbüro, da sei der Kontakt zu männlichen Kollegen unvermeidlich. Eine Textnachricht eines dieser Kollegen habe ihren Mann bereits rasend eifersüchtig werden lassen.

Am Tattag habe er bei einem Videotelefonat vor ihren Augen der Tochter eine Waffe an den Kopf gehalten: „Er wollte von mir damit ein Geständnis erzwingen.“ Mehrfach habe ihr Mann sie dabei als Schlampe beschimpft. Sie habe die Polizei alarmiert und sei nach Hause geeilt. Die Polizei habe ihr aber geraten, die Wohnung nicht allein zu betreten.

Das Drama hatte sich im vergangenen Juli in Düsseldorf abgespielt. Die Polizei hatte das Mädchen nur noch tot aus der Wohnung bergen können, als der 33-Jährige sich ergab. Die 44-Jährige hat sich inzwischen von dem Ägypter scheiden lassen.

Dessen Verteidiger hatten behauptet, die kleine Sara sei bei einem Unfall ums Leben gekommen, als ihr Vater sie vor der Polizei verstecken wollte. Ein Rechtsmediziner hatte dieser Version widersprochen: Sie stimme nicht mit dem Spurenbild überein. Das Mädchen sei erwürgt worden.

„Ein Hirngespinst“, hatte Rechtsanwältin Tanja Kretzschmar die Seitensprung-Vorwürfe des Angeklagten genannt. Sie vertritt die Mutter des Mädchens als Nebenklägerin.

(dpa)
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