Düsseldorf: Mutmaßlicher Trittbrettfahrer der Pooth-Affäre schweigt

Düsseldorf: Mutmaßlicher Trittbrettfahrer der Pooth-Affäre schweigt

In Zusammenhang mit der Affäre um Unternehmer Franjo Pooth und die Millionenpleite von dessen Firma Maxfield muss sich seit Dienstag ein 56-jähriger Mann aus Aachen vor dem Düsseldorfer Landgericht wegen Erpressung verantworten.

Der Angeklagte ließ nach Angaben eines Gerichtssprechers zu Prozessbeginn über seinen Anwalt mitteilen, dass er sich zu den gegen ihn erhobenen Vorwürfen nicht äußern wolle. Der Angeklagte soll sich nach Bekanntwerden der Pleite des MP3-Player-Herstellers Maxfield bei dem Unternehmen gemeldet und behauptet haben, er vertrete solvente Investoren aus den USA, die Pooths Firma unter die Arme greifen wollten.

Laut Anklage ließ er sich zunächst Maxfield-Unterlagen aushändigen, dann verlangte er ein Vermittlungshonorar von 250.000 Euro. Als Pooth nicht zahlte, soll der Mann anschließend an die Stadtsparkasse Düsseldorf herangetreten sein. Nach Justizangaben soll er 150.000 Euro Schweigegeld gefordert und gedroht haben, bei Nichtzahlung Unterlagen über die angeblich korrupten Verstrickungen der Sparkassen-Vorstandsmitglieder öffentlich zu machen.

Der Erpresser soll laut Anklage damit gedroht haben, DVDs mit Aufnahmen von Bordell-Besuchen von Franjo Pooth und den Sparkassen-Verantwortlichen der Presse zuzuspielen. Pooths Anwalt stellte klar, dass es keine solchen Besuche und damit auch keine Aufnahmen solcher Besuche gegeben habe.

Die Behauptungen des Erpressers seien frei erfunden. Die Sparkasse zahlte letztlich nicht, sondern wandte sich an die Polizei. Für den Angeklagten aus Aachen geht es nun vor Gericht nicht nur um eine mehrjährige Haftstrafe - ihm droht Sicherungsverwahrung.

„Der Mann ist ein vielfach vorbestrafter Wiederholungstäter”, hieß es. Es werde geprüft, ob er als Gefahr für die Allgemeinheit weggesperrt werden müsse. Für den Prozess sind insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt. Er soll am 2. März fortgesetzt werden.

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