Brüssel: Mutmaßlicher „Killer von Brabant“ hat Geständnis erfunden

Brüssel: Mutmaßlicher „Killer von Brabant“ hat Geständnis erfunden

Der 68-jährige Jean-Marie T. aus Hennegau südlich von Brüssel, der am 13. Mai unter dem Verdacht verhaftet worden war, ein Mitglied der „Killer von Brabant“ gewesen zu sein, hat nach Berichten belgischer Medien zugegeben, seine Geschichten erfunden zu haben.

Zielfahnder der Polizei hatten von einem Mann in Südfrankreich einen Hinweis auf T. bekommen, dem der Belgier sein angebliches Täterwissen anvertraut hatte.

Die bis heute nicht gefassten „Killer von Brabant“, die unter Verweis auf einen der Tatorte auch als „Bande von Nivelles“ berühmt-berüchtigt geworden waren, hatten in den 80er Jahren in der belgischen Provinz Angst und Schrecken verbreitet. Bei 16 bewaffneten Raubüberfällen, unter anderem auf die Supermarkt-Kette Delhaize, hatte es 29 Tote und 20 Verletzte gegeben. Jean-Marie T. soll vor Freunden damit geprahlt haben, Mitglied der Bande gewesen zu sein und sich vor allem mit Überfällen gebrüstet haben, bei denen Kinder erschossen worden waren.

Inzwischen hat er seine Aussagen widerrufen. Er sei betrunken gewesen und habe sich mit seinen Erzählungen wichtig machen wollen, ließ er über seinen Anwalt ausrichten. Da Jean-Marie T. nach wie vor für die Polizei einer der Hauptverdächtigen ist, bleibt er weiter in Untersuchungshaft.

Delhaize hat derweil belgischen Medien bestätigt, dass die ausgesetzte Belohnung von 250.000 Euro für Hinweise auf die Täter nach wie vor Gültigkeit hat.

(sim)
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