Staatsschutz ermittelt: „Mutmaßlich“ Schüsse auf Flüchtlingswohnung

Staatsschutz ermittelt : „Mutmaßlich“ Schüsse auf Flüchtlingswohnung

Drei Bewohnerinnen einer Unterkunft für Asylbewerber hören Schüsse, verletzt wird zum Glück niemand. Wenig später entfernt sich ein Auto. Einen Tag später sind noch viele Fragen offen.

In Zülpich haben Unbekannte nach Angaben der Polizei am Mittwoch „mutmaßlich“ auf eine Flüchtlingsunterkunft geschossen. Dabei sei niemand verletzt worden, lediglich eine Fensterscheibe wurde beschädigt, wie die Polizei am Donnerstag mitteilte. Da man bisher noch kein Projektil gefunden habe, müssten die Schüsse noch kriminalistisch bewiesen werden, sagte ein Sprecher.

Drei Bewohnerinnen hatten nach Polizeiangaben schussähnliche Geräusche gehört und den Schaden an einer der Scheiben des doppelt verglasten Küchenfensters bemerkt. Danach sahen sie ein Auto mit mehreren Menschen wegfahren und riefen die Polizei. „Wir haben noch keine Verdächtigen, die wir irgendwie eingrenzen können“, sagte der Polizeisprecher. Ob das Auto wirklich im Zusammenhang mit dem Angriff steht, war zunächst unklar.

Trotz eingeleiteter Fahndung waren die Verdächtigen am Donnerstag weiterhin flüchtig. Der Staatsschutz der Bonner Polizei hat die Ermittlungen übernommen. „Wir müssen in der aktuellen Situation sehr sensibel sein“, sagte der Polizeisprecher. In der Unterkunft leben nach Angaben der Polizei 27 Menschen verschiedener Nationalitäten. Nach außen hin sehe man dem Mehrfamilienhaus aber nicht an, dass es sich um eine städtische Asylunterkunft handle.

Der Bürgermeister von Zülpich, Ulf Hürtgen (CDU), besuchte am Donnerstag die Betroffenen vor Ort. „Ich bin sehr froh, dass bei dem Vorfall niemand verletzt wurde“, sagte er laut einer Mitteilung der Stadt. Ihm sei jedoch bewusst, dass eine solche Tat auch seelische Spuren hinterlasse. „Deshalb werden wir alles in unserer Macht stehende tun, damit die Betroffenen sich auch weiterhin in Zülpich wohl und vor allem sicher fühlen.“

(dpa)