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Köln: Mülleimer verfehlt Schwangere knapp

Köln : Mülleimer verfehlt Schwangere knapp

Ein aus dem Fenster eines Hochhauses geworfener Mülleimer hat im Kölner Stadtteil Chorweiler eine hochschwangere 21-Jährige nur um Zentimeter verfehlt. Die Polizei sucht jetzt den „Entsorger”.

„Wie war zu Köln es doch vordem....” - nicht unüblich, Müll und Unrat aus dem Fenster hinaus auf Straßen und Gassen zu entsorgen. Auf Veranlassung der revolutionären Franzosen wurde dieses unhygienische und unfallträchtige Procedere dann vor gut zwei Jahrhunderten eingestellt. Mit durchaus nachhaltigem Erfolg. Dachte man.

Im Stadtteil Chorweiler feiert mitunter diese rückständige Art der Müllentsorgung fröhliche Urständ. Am Donnerstagnachmittag (10. Mai) hätte dieses unverantwortliche Verhalten jedoch für eine Hochschwangere (21) äußerst fatale, vielleicht sogar tödliche Folgen haben können.

Um 16.30 Uhr war die 21-Jährige zusammen mit ihrem Ehemann (40) vom Einkaufen zurückgekommen. Als sich das Paar nur wenige Meter vor dem Hauseingang in der Osloer Straße befand, schlug ein etwa fünf Kilogramm schwerer Metallmülleimer unmittelbar neben ihm auf dem Boden auf. „Der Behälter hat uns nur um Zentimeter verfehlt”, so der geschockte 40-Jährige gegenüber den eingesetzten Beamten.

Kurz darauf meldete sich ein Handwerker, der zu diesem Zeitpunkt im 10. Obergeschoss des 23-stöckigen Hochhauses am defekten Fahrstuhl gearbeitet hatte. „Ich stand gerade auf dem Treppenhausbalkon, da fiel der Eimer an mir vorbei nach unten”, so der Zeuge. „Ich habe sofort nach oben geschaut, aber niemanden gesehen”. Demzufolge war der schwere Eimer mindestens aus dem 11. Stockwerk heruntergeworfen worden.

Das betroffene Gebäude ist der Poilizei nach deren Angaben hinreichend bekannt wegen allgemein schwacher Sozialstruktur und überdurchschnittlicher Kriminalitätsbelastung. Auch aufgrund latenter technischer Mängel hinsichtlich der Müllschlucker und Aufzüge machen Anwohner es sich immer wieder leicht mit der Abfallentsorgung.

Von einem gezielten Anschlag wird in diesem Sinne derzeit nicht ausgegangen. Gleichwohl steht für die Ermittler eine versuchte Körperverletzung im Raume. Hätte der Eimer die im achten Monat schwangere Frau oder ihren Mann getroffen, hätte sich der Verursacher wegen Totschlags verantworten müssen.