„Entdecke mich!“: Motto der Heiligtumsfahrt 2021 vorgestellt

„Entdecke mich!“ : Motto der Heiligtumsfahrt 2021 vorgestellt

Die nächste Heiligtumsfahrt findet vom 18. bis 28. Juni 2021 in Aachen statt. Seit Donnerstag hat sie nun auch ihr offizielles Motto.

„Entdecke mich!“ lautet das aufmunternde Motto der nächsten Aachener Heiligtumsfahrt, das damit das biblische Leitwort „Für wen haltet ihr mich?“ aus dem Matthäus-Evangelium (Jesus stellt diese Frage seinen Jüngern. Kapitel 16, Vers 15) ergänzt und untermauert.

Vom 18. bis 28. Juni 2021 wird Aachen erneut zum Treffpunkt von Pilgern aus aller Welt, ein Großereignis, dessen Planungen jetzt bereits anlaufen. Die letzte Heiligtumsfahrt 2014 hatte immerhin 125.000 Besucher.

An der Spitze des Organisationsteams wird als neuer Wallfahrtsleiter Domkapitular Rolf-Peter Cremer stehen, der Donnerstag zusammen mit Dompropst Manfred von Holtum das bisher geheimgehaltene Wallfahrtsmotto vorstellte. Warum diese Wallfahrt alle sieben Jahre? „Im Jahr 1349 gab es in Aachen eine Pestepidemie“, wirft von Holtum einen Blick zurück in die Geschichte. „Stiftsherren und Bürger gelobten damals, alle sieben Jahre die Wallfahrt zu den vier Aachener Heiligtümern, die Karl der Große im Jahre 797 vom Patriarchen von Jerusalem erhalten hat, wenn die Pest verschwindet.“ Die Seuche verschwand. Domkapitel und Stadt blieben ihrem Gelübde über die Jahrhunderte treu. Nur zwei Mal (unter Joseph II. und 1944 im Zweiten Weltkrieg) blieben die Heiligtümer im Schrein.

Die Anziehungskraft der Stoffreliquien (Windeln Jesu, Lendentuch Christi, Kleid Mariens, Enthauptungstuch Johannes des Täufers) sind ungebrochen. „Wir wollen wieder ein frohes Glaubensfest feiern“, betont Wallfahrtsleiter Cremer, der die Heiligtumsfahrt als spirituelles und kulturelles Ereignis in Kooperation mit vielen Partner gestalten möchte. Er hat Erfahrung, denn 2007 und 2014 betreute er bereits die Zielgruppen-Angebote. Im zukünftigen Wallfahrtsbüro soll es Lösungen für alle Fragen vom Pilgerweg über den Pilgerstab bis zum freien Bett geben.

Rund 1,6 Millionen Euro betrug das Budget 2014. Die Summe für 2021 ist noch nicht bekannt. Eins steht bereits fest: Bei „Entdecke mich!“ soll es mehr Anreiz für Studierende geben, denn das Motto weckt, so Cremer, in Zeiten der Medienüberflutung die auch für junge Leute wichtige Frage nach Identität. „Wer bin ich, wer ist der andere, was macht uns aus? Das wird spannend“, verspricht der Wallfahtsleiter und stellt ein erstes Plakat vor, auf dem sich das Porträt einer älteren und einer jüngeren Frau durchdringen — beide haben die Augen meditativ geschlossen. Das lässt allerlei Deutung zu.

Der Katschhof wird erneut einbezogen. Es gibt eine Bühne sowie eine große Videoleinwand, auf der man unter anderem den feierlichen Auftakt sowie den Abschluss der Heiligtumsfahrt miterleben kann, Gottesdienste und Ausschnitte aus Veranstaltungen sieht. Ziel der Planer ist es, das Ereignis stärker in die Stadt zu tragen. „Wir sind in Gesprächen mit Geschäftsleuten, die uns unterstützen“, betont Cremer. Über die Präsentation der Heiligtümer im Dom denkt man nach. Traditionell werden die Tücher, die die Wallfahrtswoche anzeigen, von der Domgalerie wehen. Die 1414 fertiggestellte Chorhalle, die man extra angebaut hatte, um die Pilgermassen im Dom zu bewältigen, ist 2021 wieder Ort der Verehrung. „Es ist eine einmalige Besonderheit, dass die Gläubigen die Seide berühren dürfen, mit der die Reliquien eingehüllt waren, so nah kommt man Heiligtümern sonst nirgendwo“, schwärmt Cremer, der noch viele Ideen hat.

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