Morde in Herzogenrath und Aachen im Dezember 2018

Aachen: Morde in Herzogenrath und Aachen: Was wir wissen und was nicht

Bezüglich der beiden Morde in Herzogenrath und Aachen am vergangenen Wochenende gibt die Aachener Staatsanwaltschaft weiterhin nur sehr zögerlich Details bekannt. Wir fassen zusammen, was die Ermittler bislang bekanntgegeben haben und was nicht.

1. Wer sind die Opfer?

Am Samstag wurde im Herzogenrather Broichbachtal in der Nähe des Schwimmbades die Leiche einer 40 Jahre alten Frau gefunden. Einen Tag später, am Sonntag, wurde in einer Wohnung in der Aachener Innenstadt die Leiche einer 34 Jahre alten Frau gefunden. Beide Frauen hatten offenbar drei Kinder, die nun in der Obhut der zuständigen Jugendämter sind.

2. Wer ist tatverdächtig?

In beiden Fällen sind die Ehemänner der Opfer der Tat verdächtig. Im Herzogenrather Fall fahnden Polizei und Staatsanwaltschaft nach Hafizullah Safi (44), der sich auf der Flucht befindet. Bislang gab es nur wenige Hinweise auf seinen möglichen Aufeinhaltsort.

Im Aachener Fall sitzt ein 36-Jähriger in Untersuchungshaft, er ist des Mordes verdächtig. Die Polizei konnte ihn am Montagabend nach Hinweisen aus der Bevölkerung in Düren festnehmen. Da nach dem 36-Jährigen nicht gefahndet worden war, stellt sich die Frage, warum es Hinweise auf ihn gab, und was er in Düren gemacht hat. Zu beiden Fragen äußert sich die Staatsanwaltschaft nicht.

3. Wie wurden die Taten begangen?

Im Aachener Fall ist der 36-Jährige in die Wohnung der 34-Jährigen eingedrungen, dort soll er sie dann gewaltsam getötet haben. Offenbar lebte das Ehepaar getrennt. Informationen unserer Zeitung zufolge soll es nicht das erste Mal gewesen sein, dass es zu einer Auseinandersetzungen der Eheleute kam.Diese Informationen bestätigte die Staatsanwaltschaft nicht, auch zu den Hintergründen macht sie derzeit keine weiteren Angaben. Es seien noch mehrere Zeugen zu vernehmen, der Fall sei kompliziert.

Im Herzogenrather Fall gibt es weder Informationen zur Tat noch zu ihren Hintergründen. Auch dort werden im Moment mehrere Zeugen vernommen.

4. Sind die Nationalitäten bekannt?

Zu dieser Frage macht die Staatsanwaltschaft „aus ermittlungstaktischen Gründen keine Angaben“. Bekannt ist lediglich, dass der 36-jährige Verdächtige im Aachener Fall deutscher Staatsbürger ist. Über seinen Migrationshintergrund gibt es keine Angaben Einordnend lässt sich sagen, dass die allermeisten Mordfälle in allen Kulturkreisen Beziehungstaten sind wie wohl auch die beiden Fälle in Herzogenrath und Aachen.

Am Freitagnachmittag will der kurdische Frauen-Verein „Deniz-Firat Kadin Meclisi“ eine Mahnwache mit Kundgebung am Aachener Elisenbrunnen halten, um gegen die zwei Frauen-Morde in der letzten Woche im Raum Aachen zu protestieren. „Gefordert wird mehr Schutz für gefährdete Frauen“, teilte der Verein am Freitagmorgen mit. Oberstaatsanwältin Katja Schlenkermann-Pitts erklärte am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung, dass weder Verdächtige noch Opfer Kurden seien.