Bonn: Mordanklage nach versuchtem Giftmord an 76-Jähriger

Bonn : Mordanklage nach versuchtem Giftmord an 76-Jähriger

Fünf Monate nach einem missglückten Giftattentat auf eine 76-Jährige hat die Bonner Staatsanwaltschaft am Donnerstag Anklage gegen deren „Schwiegertochter” erhoben.

Die Anklage wirft der Lebensgefährtin des Sohnes der Seniorin versuchten Mord aus Habgier, Heimtücke und zur Verdeckung einer Straftat sowie Betrug in 39 Fällen vor.

Die 54-jährige gelernte Arzthelferin aus Bonn soll ihre demente Schwiegermutter mit vergifteten Mettbrötchen gefüttert haben, um zu vertuschen, dass sie das Konto der alten Dame mit Hilfe von gefälschten Überweisungsträgern um 15.000 Euro geplündert hatte. Die Seniorin fiel anschließend in einen dreitägigen Tiefschlaf, überlebte das Attentat jedoch.

Ihre Pflegerin ließ das Opfer in ein Krankenhaus bringen, wo im Blut der Frau eine große Menge eines Arzneimittels nachgewiesen wurde. Eine Tablette steckte sogar noch in der Halsfalte der alten Dame.

Laut Anklage war dem 49-jährigen Sohn am Tattag vom Amtsgericht eröffnet worden, dass ihm die Betreuung seiner Mutter entzogen werden solle. Er sei seinen Pflichten nicht nachgekommen, auch seien Ermittler auf finanzielle Unregelmäßigkeiten gestoßen.

„Das löste aus der Sicht der Angeklagten einen akuten Handlungsbedarf aus”, sagte Oberstaatsanwalt Robin Faßbender, da mit dem Ende der Betreuung der gesamte Betrug aufzufliegen drohte.

(dpa)
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