Mordanklage nach Tod eines Mannes in Velen

Mordanklage gegen Trio : Mann vergiftet und ausgeraubt

Fünf Monate nach dem gewaltsamen Tod eines 58-Jährigen im münsterländischen Velen ist Anklage gegen eine Frau und zwei Männer wegen Mordes erhoben worden.

Die 48 Jahre alte Frau und die beiden 50 und 53 Jahre alten männlichen Verdächtigen sollen ihr Opfer im Mai vergiftet und ausgeraubt haben.

Wie die Staatsanwaltschaft Münster am Montag mitteilte, soll die Frau ihren Bekannten in seiner Wohnung in Velen im Kreis Borken besucht und mit einem mit Methadon versetzten Kuchen betäubt haben. Die beiden Männer durchsuchten die Wohnung, nahmen Schmuck, Auto und EC-Karten des Opfers an sich und erpressten die Geheimnummern mit Gewalt.

Dem an Diabetes erkrankten Mann verabreichte das Trio zudem eine große Menge Insulin und Rum. Als der 56-jährige nicht mehr in der Lage war, Hilfe zu holen, sollen sie ihn zurückgelassen und mit seinem Wagen geflüchtet sein.

Das Opfer starb infolge des Giftcocktails an einem Herzinfarkt. Die Angeschuldigten hätten in Kauf genommen, dass die Kombination von Methadon, Insulin und Alkohol zum Tod führen könne, hieß es in der Anklage. Der Vorwurf laute: Gemeinschaftlicher Mord, Raub mit Todesfolge und Freiheitsberaubung mit Todesfolge.

Der 50-Jährige war zwei Wochen nach der Tat in Dorsten festgenommen worden und hatte den Tatablauf eingeräumt. Er erklärte aber, er habe den Mann nicht töten wollen. Ebenfalls in Untersuchungshaft sitzen die Frau und der 53-Jährige, die im Juni von Gran Canaria nach Deutschland ausgeliefert worden waren. Sie haben sich laut Staatsanwaltschaft bisher nicht zu den Vorwürfen geäußert.

(dpa)
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