Köln: Mord aus Rache für Vergewaltigung? Angeklagte schweigen

Köln : Mord aus Rache für Vergewaltigung? Angeklagte schweigen

Neun Monate nach dem gewaltsamen Tod eines Mannes hat am Landgericht Köln der Prozess gegen die mutmaßlichen Täter begonnen. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 33-Jährigen und einer 29-Jährigen vor, den Mann „gemeinschaftlich heimtückisch getötet” zu haben. Sie hätten sich an ihm rächen wollen, weil er die Frau angeblich wenige Tage vor der Tat sexuell missbraucht habe.

Laut Anklage sollen die mit Messern und Schlagwerkzeugen bewaffneten Deutschen am 27. März 2017 ihr Opfer zunächst aus dem Schlaf geklingelt haben. An der Wohnungstür habe es eine kurze verbale Auseinandersetzung gegeben, bevor die Täter auf den noch schlaftrunkenen Mann einschlugen. Der Attackierte soll dadurch zu Boden gegangen sein, wo ihn der 29-Jährige mit einem Kabel bis zur Bewusstlosigkeit gewürgt habe.

Noch während der Strangulation habe die 33-Jährige mit ihrem Messer auf das Opfer eingestochen. Auch der 29-Jährige habe schließlich mehrmals zugestochen, hieß es in der Anklage. Es sollen mindestens 35 Messerstiche gewesen sein. Das Opfer erlag noch am Tatort den schweren Verletzungen. Reanimationsversuche durch Notärzte schlugen fehl, wie eine Polizeibeamtin aussagte.

Nach Auffassung der Staatsanwaltschaft handelten die Angeklagten aus Rache für den angeblichen sexuellen Missbrauch. Der Bruder des Getöteten, der in dem Prozess als Nebenkläger auftritt, wies diese Anschuldigung am Rande des Verfahrens zurück. Sein getöteter Bruder habe vielmehr die Beziehung zur Angeklagten, die mit Unterbrechungen rund 13 Jahre gedauert habe, kurz vor der Tat endgültig beendet.

Die Angeklagten schwiegen zum Prozessauftakt am Dienstag zu den Vorwürfen. Über seine Verteidiger teilte der 29-Jährige mit, sich womöglich im Januar zu den Vorwürfen äußern zu wollen.

(dpa)
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