Aachen/Düren: Mord an Rentnerin: DNA-Spuren am Bügeleisen

Aachen/Düren: Mord an Rentnerin: DNA-Spuren am Bügeleisen

Die beiden Angeklagten im Mordprozess um den Tod einer 77-jährigen Dürenerin im Jahr 2006 haben bislang vor der Aachener Schwurgerichtskammer zugegeben, bei dem Raubüberfall im Februar vor mehr als neun Jahren zumindest dabei gewesen zu sein. Mit dem qualvollen Tod der Frau wollten beide nichts zu tun gehabt haben - ein am Donnerstag dem Gericht vorgelegtes Gutachten widerlegte das.

Der Angeklagte Marian S. (37) hatte bereits zu Beginn des Verfahrens bestätigt, er sei der Fahrer eines Fluchtwagens gewesen. Der zweite Mann auf der Anklagbank schwieg längerer, räumte nun jedoch ein, an dem brutalen Überfall beteiligt gewesen zu sein.

Doch auch er redete vor der Kammer unter Vorsitz von Richter Arno Bormann davon, nicht an dem qualvollen Tod der Frau, die gefesselt, womöglich gefoltert und am Ende geknebelt wurde, beteiligt gewesen zu sein. Der vom Gericht bestellte DNA-Gutachter aus Düsseldorf sieht das allerdings anders: Er legte sich fest, dass die von ihm gefundenen DNA-Spuren den Angeklagten zuzuordnen seien.

Über einen Routineabgleich hatte man 2012 über diese Spur Marian S. aufgestöbert, der in einem deutschen Gefängnis einsaß, sein Kollege auf der Anklagebank war in Polen verhaftet und ausgeliefert worden. Seine DNA soll jenem Bügeleisen angehaftet haben, von dem die Ermittlungsbehörden zumindest nicht ausschließen, dass es zur Folter der 77-Jährigen benutzt wurde.

Die Spuren von S. wiederum sollen sich an einem Eisenhaken aus der Küche befunden haben, folglich könnte seine Aussage, er sei als Fluchtfahrer im Auto geblieben, kaum stimmen. Der Gutachter verdutlichte, dass keine Mischspur solche eindeutigen Ergebnisse hätte hervorbringen können.

S. hatte über seinen Anwalt berichten lassen, die weiteren Komplizen — bislang geht man von einem Quartett aus — müssten aus dem Wagen einen Handschuh mit seiner DNA-Kennung mit in das Haus genommen haben.