Maastricht/Madrid: Mord an Nicky Verstappen: Verdächtiger schon Donnerstag zurück?

Maastricht/Madrid : Mord an Nicky Verstappen: Verdächtiger schon Donnerstag zurück?

Im Mordfall Nicky Verstappen steht der am Sonntag in Spanien festgenommene Tatverdächtige offenbar unmittelbar vor der Auslieferung. Nach niederländischen Medienberichten hat der festgenommene 55-jährige Mann keinen Widerspruch gegen seine Überstellung in sein Heimatland eingelegt, wo er wegen des Mordes an dem elfjährigen Jungen vor 20 Jahren vor Gericht gestellt werden soll.

Der unter dringendem Mordverdacht festgenommene Mann aus dem niederländischen Simpelveld verhalte sich in der Haft „normal“, wie mehrere niederländische Medien unter Berufung auf dessen spanischen Rechtsanwalt berichten. Er sitzt den Angaben nach in einem Gefängnis in der Nähe von Barcelona.

Der Jurist soll den Verhafteten im Auslieferungsverfahren unterstützen. Nach Angaben der Tageszeitung „De Limburger“ geht der Anwalt davon aus, dass der Verhaftete bereits am Donnerstag in sein Heimatland geflogen werden könnte, also innerhalb von zwei Tagen.

Der 55-Jährige werde freiwillig zurück in die Niederlande gehen, hat der Anwalt den Berichten nach angekündigt. Er hatte deshalb zunächst die vorläufige Freilassung des Festgenommenen aus der Untersuchungshaft beantragt, was vom zuständigen Richter am Montag jedoch abgelehnt worden sei. Die Rückführung des Niederländers könne von Sicherheitskräften begleitet in einem regulären Linienflug stattfinden, berichtet der Sender RTL Nieuws.

Rückführung mit Linienflug

Die Niederlande hatten beim zuständigen Madrider Gericht die Überführung des Mannes beantragt, der 1998 den damals elfjährigen Nicky Verstappen aus einem Ferienlager in der Brunssumer Heide unweit der deutschen Grenze entführt, sexuell missbraucht und getötet haben soll.

Der Simpelvelder war am Sonntag im südspanischen Dorf Castellterçol im Norden von Barcelona festgenommen worden, nachdem ein Zeuge ihn anhand der europaweit verbreiteten Fahndungsfotos erkannt hatte. Der erfahrene Pfadfinder hatte sich dort offenbar monatelang versteckt gehalten. Die Polizei war ihm im Frühjahr indirekt nach dem größten DNA-Test in der Geschichte der Niederlande auf die Spur gekommen. Er hatte daran nicht teilgenommen, obwohl er dazu aufgerufen worden war.

Als Beamte ihn deshalb aufsuchen wollen, war er bereits untergetaucht. In seinem Haus wurde DNA gefunden, die mit an der Leiche des Jungen gefundenen Spuren übereinstimmten. Am Donnerstag vergangener Woche veröffentlichten die niederländischen Ermittler schließlich ihre Erkenntnisse und gingen mit Fotos des Gesuchten an die Öffentlichkeit.

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